Schadensersatz, erhaltener

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Schadensersatz
  • Einkommensteuer
  • Umsatzsteuer

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen
Eigener Kontenplan SKR 03
  2742
IKR  
5431 SKR 04
  4970
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Bank
Eigener Kontenplan SKR 03
  1200
IKR  
2800 SKR 04
  1800
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Jemand, der durch den Fehler eines anderen einen Schaden erleidet, hat i. d. R. gegenüber dem Schädiger Anspruch auf Schadensersatz. Wie Schadensersatzzahlungen bzw. Schadensersatzleistungen steuerlich zu behandeln sind, hängt davon ab, ob der Schaden im betrieblichen/beruflichen Bereich entstanden ist. Schadensersatzzahlungen durch den Schädiger oder dessen Versicherung bucht der Unternehmer auf das Konto "Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen" 2742 (SKR 03) bzw. 4970 (SKR 04). Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Bank" 1200 (SKR 03) bzw. 1800 (SKR 04).

 

So buchen Sie richtig

Buchungssatz:

Bank

an Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Eingang einer Versicherungserstattung

Wolfgang Müller ist als Lkw-Fahrer bei Bauunternehmer Hans Groß beschäftigt. Da Autofahrer Max Braun an einer Kreuzung die Vorfahrt missachtet hat, kommt es zu einem Zusammenstoß. Am Lkw von Hans Groß entsteht ein Schaden von 5.500 EUR. Die Autoversicherung von Max Braun kommt für den Schaden auf und überweist den Betrag auf das betriebliche Bankkonto von Hans Groß.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1200 Bank 5.500 2742 Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen 5.500
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1800 Bank 5.500 4970 Versicherungsentschädigungen und Schadenersatzleistungen 5.500

3 Begriff des Schadensersatzes

Beim Schadensersatz wird ein Schaden, den jemand gegen oder ohne seinen Willen durch eine andere Person zugefügt bekommen hat, wieder gut gemacht. Haftungsgrundlage ist eine rechtswidrige Verletzung eines dem Geschädigten gehörenden Rechtsguts. Dabei muss der Schädiger schuldhaft, d. h. vorsätzlich oder fahrlässig, gehandelt haben.

Zu berücksichtigen ist auch, dass betrieblich veranlasste Schadensersatzleistungen Betriebseinnahmen darstellen. Denn auf der anderen Seite kann das beschädigte Wirtschaftsgut entweder im Falle eines Totalschadens zu 100 % abgeschrieben oder die Reparaturkosten als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Der geschädigte Unternehmer darf die betriebliche Schadensersatzforderung aber erst dann aktivieren, wenn sie entweder anerkannt oder über sie rechtskräftig entschieden ist.

 

Hinweis

Wann Schadensersatz nicht einkommensteuerpflichtig ist

Keine Einkommensteuerpflicht ist gegeben, wenn der Schadensersatz wegen unerlaubter Handlungen, Körperverletzungen, Todesfällen oder als Schmerzensgeld gezahlt wird.

4 Unter keine Einkunftsart fallender Schadensersatz ist ebenfalls nicht einkommensteuerpflichtig

Das gilt vornehmlich für Schadensersatzleistungen, die den Verlust oder die Beschädigung von Gegenständen des Privatvermögens betreffen. Wird beispielsweise das private Einfamilienhaus durch eine unerlaubte Handlung (Einwerfen der Fensterscheiben) von einem Dritten beschädigt, ist die erhaltene Entschädigung nicht einkommensteuerpflichtig. Dies deshalb, weil das private Einfamilienhaus nicht der Einkünfteerzielung dient.

Erfolgt die Überweisung einer derartigen Entschädigung auf das betriebliche Bankkonto, handelt es sich insoweit um eine Privateinlage.

 

Praxis-Beispiel

Privat veranlasster Schadensersatz

Die Fassade des Einfamilienhauses des Baumaschinenhändlers Hans Groß wird von Wolfgang Müller durch Grafiti-Schmierereien in Mitleidenschaft gezogen. Hans Groß lässt diese von einer Spezialfirma beseitigen. Wolfgang Müller überweist die anfallenden Kosten i. H. v. 3.500 EUR auf das betriebliche Bankkonto.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1200 Bank 3.500 1890 Privateinlagen 3.500
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1800 Bank 3.500 2180 Privateinlagen 3.500

5 Auswirkungen der Umsatzsteuer im Zusammenhang mit dem Schadensersatz

Schadensersatz ist nicht umsatzsteuerpflichtig, weil kein Leistungsaustausch gegeben ist. Schadensersatz liegt vor, wenn

  • der Schädiger selbst oder ein von ihm beauftragter Dritter den Schaden beseitigt,
  • der geschädigte Dritte den Schaden beseitigt und der Schädiger die Kosten übernimmt,
  • der Schädiger eine Entschädigung in Geld zahlt bzw.
  • eine Haftpflichtversicherung die Entschädigung leistet.
 

Praxis-Beispiel

Nicht umsatzsteuerpflichtiger Schadensersatz

Das Bürogebäude des Bauunternehmers Hans Groß wird bei einem Autounfall beschädigt. Die Haftpflichtversicherung des Schädigers Wolfgang Müller kommt für den Schaden auf und zahlt 5.000 EUR.

Es liegt Schadensersatz vor, weil eine kraft Gesetzes entstandene Verbindlichkeit aus unerlaubter Handlung beglichen wird. Die Zahlung erfolgt nicht als Entgelt für eine Leistung von Hans Groß an Wolfgang Müller, sondern weil Schädiger Wolfgang Müller Schadensersatz leisten muss.

6 Beispiele für die Abwicklung von Schadensersatz im betrieblichen Bereich

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