Reisekosten / 5.2 Abzugsfähige Aufwendungen

Sämtliche Fahrtkosten aus Anlass einer beruflichen Auswärtstätigkeit gehören zu den Werbungskosten. Abzugsfähig sind die tatsächlich nachgewiesenen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel. Bei Benutzung eines eigenen Kfz hat der Arbeitnehmer wie bisher die Möglichkeit, die pro Kilometer angefallenen Kosten entweder einzeln nachzuweisen oder den hierfür festgelegten Kilometersatz von 0,30 EUR pro gefahrenem Kilometer in Anspruch zu nehmen.

 
Öffentliche Verkehrsmittel

Bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel kann der Arbeitnehmer die tatsächlichen Aufwendungen als Werbungskosten abziehen. Das gilt auch, wenn er in Bahn oder Flugzeug die 1. Klasse benutzt und wenn er für bestimmte Fahrten ein Taxi nimmt. Die Aufwendungen müssen regelmäßig durch entsprechende Belege nachgewiesen werden. Sind diese verloren gegangen, müssen die Kosten geschätzt werden, falls feststeht, dass der Arbeitnehmer tatsächlich Aufwendungen für die Beförderung hatte.

Kosten für einen Leihwagen sind in voller Höhe erstattungsfähig, wenn der Wagen nur für berufliche Fahrten während der Dienstreise benutzt wurde. Andernfalls sind die Kosten im Verhältnis der privat und beruflich gefahrenen Kilometer aufzuteilen.

 

Wichtig

Abzugsfähigkeit der BahnCard

Die Aufwendungen für eine BahnCard können ungeachtet der privaten Nutzungsmöglichkeit abzugsfähige Reisekosten darstellen. Entscheidend ist, dass durch die BahnCard im Ergebnis insgesamt geringere Werbungskosten entstehen, als dies beim normalen Bahntarif für die Reisetätigkeiten des betreffenden Jahres der Fall wäre. Dies gilt für die BahnCard 50 sowie für die BahnCard 100. Führt die Kostenersparnis nicht zur vollständigen Amortisation der Kosten für die BahnCard 50 bzw. 100, ist ein teilweiser Werbungskostenabzug möglich. Anstelle einer quotalen Aufteilung (Nutzung zu dienstlichen Zwecken im Verhältnis zur Gesamtnutzung) kann die Höhe des zulässigen Werbungskostenabzugs anhand der ersparten Kosten für Einzelfahrscheine der mit der Bahncard durchgeführten dienstlichen Fahrten berechnet werden.

 
Abziehbare Kosten beim eigenen Kfz

Bei Benutzung eines eigenen Kfz gehören regelmäßig sämtliche Aufwendungen für alle durch die berufliche Auswärtstätigkeit verursachten Fahrten zu den Werbungskosten. Dazu gehören sämtliche Fahrten während der Auswärtstätigkeit vom Verlassen der ersten Tätigkeitsstätte bis zu der Rückkehr. Wird die Dienstreise von der Wohnung aus angetreten oder dort beendet, gehört die Fahrt von der Wohnung an bzw. bis zur Wohnung zum Dienstgeschäft.

Fährt allerdings der Arbeitnehmer morgens mit seinem Pkw von seiner Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte, um dort die Reisetätigkeit mit demselben Pkw zu beginnen, gilt diese Fahrt als Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Dies hat zur Folge, dass insoweit nur die gesetzliche Entfernungspauschale (0,30 EUR pro Entfernungskilometer) für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte anzusetzen ist.

Muss der Arbeitnehmer auswärts übernachten, zählen auch die Fahrten von der Unterkunft zur auswärtigen Tätigkeitsstätte und zurück zu den dienstlichen Fahrten anlässlich der beruflichen Auswärtstätigkeit.

 

Wichtig

Reisekosten für Zwischenheimfahrten

Als dienstlich veranlasst gelten bei einer mehrtägigen Reisetätigkeit auch sämtliche Familienheimfahrten. Diese sind also nicht etwa wie bei der doppelten Haushaltsführung auf eine Fahrt wöchentlich beschränkt. Diese großzügige Regelung gilt nicht nur bei länger dauernden beruflichen Auswärtstätigkeiten. Begünstigt sind ebenso Zwischenheimfahrten bei kurzfristigen Reisen. Der BFH lässt den Reisekostenabzug für Telefonate bei beruflichen Auswärtstätigkeiten zu, wenn die Abwesenheit sich über mehr als eine Woche erstreckt. Im Urteilsfall hatte der Arbeitnehmer die Kosten für ein Telefonat pro Woche nachgewiesen. Aufwendungen für Besuchsfahrten eines Ehe- bzw. Lebenspartners an den auswärtigen Einsatzort sind dagegen auch bei einer längerfristigen Auswärtstätigkeit – anders als bei einer doppelten Haushaltsführung – keine Werbungskosten. Diesen umgekehrten Familienfahrten fehlt es an der beruflichen Veranlassung.

Ebenso wenig kommt eine andere Beurteilung deshalb infrage, weil der Arbeitnehmer neben der Wohnung am örtlichen Lebensmittelpunkt eine Zweitwohnung am auswärtigen Beschäftigungsort unterhält und die Entfernung zwischen auswärtigem Beschäftigungsort und dem Ort der ersten Tätigkeitsstätte erheblich geringer ist als die Entfernung zwischen Reiseort und dem Ort der Hauptwohnung. Die gesamte längere Strecke ist als Dienstgeschäft anzusehen. Eine Kürzung der mit den tatsächlichen Kosten abziehbaren Kilometer um die Entfernung Betrieb–Hauptwohnung ist nicht vorzunehmen.

Der Umfang der beruflichen Fahrten muss vom Arbeitnehmer nachgewiesen werden. Dazu gehört bei einer eintägigen Reisetätigkeit die Angabe des auswärtigen Tätigkeitsorts. Bei häufigen Reisen empfiehlt es sich, ein Fahrtenbuch zu führen, wenn die entsprechenden Angaben nicht bereits in den Reisekostenabrechnungen für den Arbeitgeb...

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