Kapitalerhöhung und Kapital... / 1.1.1 Steuerliche Folgen bei der Kapitalgesellschaft

Die Kapitalerhöhung gegen Einlagen ist ein gesellschaftsrechtlicher Vorgang. Auswirkungen auf das Einkommen ergeben sich nicht. Die zugeführten Barmittel sind auf der Aktivseite der Bilanz auszuweisen, auf der Passivseite ergibt sich das entsprechend erhöhte Stammkapital. Die auf das Stammkapital geleisteten Einlagen erhöhen das gezeichnete Kapital. Soweit von den Gesellschaftern ein Aufgeld (Agio) zu leisten ist (Kapitalerhöhung über pari), wird dieses i. d. R. in einer Rücklage ausgewiesen. In entsprechender Höhe ergibt sich ein Zugang auf dem steuerlichen Einlagekonto. Wurde das Aufgeld als Ertrag verbucht, ist dieser Betrag bei der Einkommensermittlung wieder zu kürzen.

 

Praxis-Beispiel

Kapitalerhöhung gegen Einlagen

Die Bilanz der X-AG hat folgendes Aussehen:

 
Aktiva Bilanz X-AG Passiva
Aktiva 1.000.000 EUR Gezeichnetes Kapital 200.000 EUR
Bank 200.000 EUR Rücklagen 100.000 EUR
    Verbindlichkeiten 900.000 EUR
Summe Aktiva 1.200.000 EUR   1.200.000 EUR

Die X-AGH erhöht ihr gezeichnetes Kapital um 100.000 EUR. Der Ausgabekurs der neuen Aktien beträgt jeweils 5 EUR. Die X-AG verbucht den Vorgang wie folgt:

Bank

500.000 EUR

an Gezeichnetes Kapital

100.000 EUR

an Rücklagen

400.000 EUR

Wird die Kapitalerhöhung in Form einer Sacheinlage erbracht, wird bei der Kapitalgesellschaft auch insoweit keine verdeckte Einlage angenommen, als die Sacheinlage über den Betrag der übernommenen Einlageverpflichtung hinausgeht und daher der Differenzbetrag gem. § 272 Abs. 2 Nr. 1 HGB in die Kapitalrücklage einzustellen ist.
Es handelt sich um einen entgeltlichen Vorgang, der als Tauschgeschäft anzusehen ist, sodass bei der Kapitalgesellschaft der gemeine Wert anzusetzen ist.

Kosten der eigentlichen Kapitalerhöhung (Beurkundung des Kapitalerhöhungsbeschlusses, Eintragung ins Handelsregister), die die Kapitalgesellschaft übernimmt, stellen Betriebsausgaben dar. Werden dagegen Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme der neuen Kapitalanteile, z. B. Kosten für die Beurkundung der Übernahmeerklärung, von der Kapitalgesellschaft getragen, liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor.

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