Haftungsverhältnisse: Bilan... / 1.2 Abgrenzungsfragen
 

Rz. 2

Die Haftungsverhältnisse sind abzugrenzen von den

  • Verbindlichkeiten,
  • Rückstellungen,
  • sonstigen finanziellen Verpflichtungen.

Bei Verbindlichkeiten ist die Verpflichtung vor dem Bilanzstichtag wirtschaftlich verursacht bzw. rechtlich entstanden, ihre Höhe ist bestimmt, der Vermögensabfluss ist sicher; zudem steht einer Verbindlichkeit eine Gegenleistung des Dritten gegenüber.

Rückstellungen sind für ungewisse Verbindlichkeiten zu bilden, die Verpflichtung ist ebenfalls vor dem Bilanzstichtag wirtschaftlich verursacht bzw. rechtlich entstanden, ihre genaue Höhe ist jedoch unbekannt, der Vermögensabfluss ist wahrscheinlich.

Treffen vorstehende Kriterien für "Verbindlichkeiten" und "Rückstellungen" zu, geht die Passivierungspflicht der Vermerkpflicht voraus (§ 251 HGB: "… sofern sie nicht auf der Passivseite auszuweisen sind …"); der Ausweis in der Bilanz geht dem Ausweis unter der Bilanz vor.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen sind vertragliche Verpflichtungen entweder aus Dauerschuldverhältnissen oder aus beiderseitig nicht erfüllten Verträgen. Es handelt sich um Verpflichtungen, denen eine Gegenleistung gegenüber steht – das ist der gravierende Unterschied zu den Haftungsverhältnissen; eine Passivierung ist nach den Grundsätzen schwebender Geschäfte nicht zulässig; typisches Beispiel sind zum Bilanzstichtag noch nicht fällige Leasingraten für die Zeit nach dem Bilanzstichtag bis zum Ende des Leasingvertrages. Für mittel- und große Kapitalgesellschaften und entsprechende GmbH & Co. KG bestehen hierzu aber besondere Pflichten zur Angabe im Anhang, s. Rz. 30 ff.

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