GmbH, Gewinnausschüttung

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Gewinnverwendungsbeschluss
  • Vorabausschüttung
  • Gewinnvortrag

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern für offene Ausschüttungen
Eigener Kontenplan SKR 03
  0755
IKR  
4858 SKR 04
  3519
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Vorabausschüttung
Eigener Kontenplan SKR 03
  2870
IKR  
3360 SKR 04
  7790
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Beschließen die Gesellschafter einer GmbH eine Gewinnausschüttung, erfolgt die Buchung auf das Konto "Gewinnvortrag vor Verwendung" 0860 (SKR 03) bzw. 2970 (SKR 04).

Die Gegenbuchung erfolgt auf das Konto "Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern für offene Ausschüttungen" 0755 (SKR 03) bzw. 3519 (SKR 04).

 

So buchen Sie richtig

Buchungssatz:

Gewinnvortrag vor Verwendung

an Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern für offene Ausschüttungen

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Gewinnausschüttung wird beschlossen

Die Gesellschafter der X-GmbH beschließen im Geschäftsjahr 02 eine Gewinnausschüttung in Höhe von 50.000 EUR. Es handelt sich um Gewinn, der aus dem Geschäftsjahr 01 vorgetragen wurde.

Buchungsvorschlag: Gewinnvortrag

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
9000 Saldenvorträge Sachkonten 50.000 0860 Gewinnvortrag vor Verwendung 50.000
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
9000 Saldenvorträge Sachkonten 50.000 2970 Gewinnvortrag vor Verwendung 50.000

Buchungsvorschlag: Gewinnausschüttung

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
0860 Gewinnvortrag vor Verwendung 50.000 0755 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern für offene Ausschüttungen 50.000
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
2970 Gewinnvortrag vor Verwendung 50.000 3519 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern für offene Ausschüttungen 50.000

3 Gewinnverwendung: Beschluss der Gesellschafterversammlung, Gegenstand des Gewinnanspruchs und Vorabausschüttung

3.1 Die Gesellschafterversammlung beschließt die Gewinnverwendung

§ 29 GmbHG regelt die Gewinnverwendung. Danach bestimmt die Gesellschafterversammlung – soweit in der Satzung nichts anderes geregelt ist – mit einfacher Mehrheit, ob und in welcher Höhe ausschüttungsfähige Überschüsse an die Gesellschafter verteilt werden. Zwar haben die Gesellschafter nach Abs. 1 Satz 1, 1. Halbsatz der Vorschrift Anspruch auf den Jahresüberschuss zuzüglich eines Gewinnvortrags und abzüglich eines Verlustvortrags.

Allerdings sieht der 2. Halbsatz vor, dass dies nur dann der Fall ist, wenn der Jahresüberschuss nicht durch einen Beschluss nach § 29 Abs. 2 GmbHG von der Gewinnverteilung ausgeschlossen ist. Danach können die Gesellschafter beschließen, dass zu Lasten des Jahresüberschusses Beträge entweder in die Gewinnrücklage eingestellt oder als Gewinn vorgetragen werden.

3.2 Gegenstand des Gewinnanspruchs ist der Jahresüberschuss

Im Normalfall ist Gegenstand des Gewinnanspruchs des Gesellschafters der Jahresüberschuss mit folgenden Modifikationen:

 
  Jahresüberschuss
+ Gewinnvortrag aus Vorjahren
./. Verlustvortrag aus Vorjahren
./. gesetzlich vorgeschriebene Einstellungen in Rücklagen
./. durch den Gesellschaftsvertrag vorgeschriebene Einstellungen in Rücklagen
./. Einstellungen in Rücklagen durch Gesellschafterbeschluss
./. zusätzlicher Aufwand auf Grund des Gewinnverteilungsbeschlusses
= Gewinnanspruch
 

Hinweis

Besonderheit bei der haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft

Die haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft darf ihre Gewinne nicht voll ausschütten.[1] Vielmehr muss diese jeweils ein Viertel des Jahresüberschusses, der um einen möglichen Verlustvortrag aus dem Vorjahr gemindert worden ist, in eine Rücklage einstellen. Diese Rücklage darf nur zur Kapitalerhöhung verwendet werden. Wird gegen diese Verpflichtung verstoßen, ist die Feststellung des Jahresabschlusses nichtig.

3.3 Vorabausschüttungen sind zulässig

Während bei der AG Vorabausschüttungen nur nach Ablauf eines Geschäftsjahres und aufgrund einer vorläufigen Bilanz möglich sind,[1] sind Vorabausschüttungen bei der GmbH allgemein zulässig.

Vorabausschüttungen sind Dividendenzahlungen, die vor dem Beschluss über die Feststellung des Jahresabschlusses zu Lasten des Ergebnisses des laufenden Geschäftsjahres, dessen Jahresabschluss noch nicht festgestellt worden ist, geleistet werden.

 

Hinweis

Wirksamkeit eines Vorabausschüttungsbeschlusses

Die Wirksamkeit des Vorabausschüttungsbeschlusses hängt davon ab, ob bei der Beschlussfassung mit einem die Ausschüttung deckenden Ergebnis i. S. d. § 29 Abs. 1 GmbHG zu rechnen ist. Erfolgt ein Beschluss über die Vorabausschüttung, obwohl klar ist, dass das Geschäftsjahr mit einem Verlust enden wird, ist der Beschluss unwirksam.

 

Praxis-Beispiel

Vorabausschüttung

Die Gesellschafter der X-GmbH beschließen in 02 eine Gewinnausschüttung für dieses Geschäftsjahr in Höhe von 50.000 EUR.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
2870 Vorabausschüttung 50.000 0755 Verbindlichkeiten gegenüber Gesellschaftern für offene Ausschüttungen 50.000
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
7790 Vorabausschüt...

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