Geschenke, Geschäftsfreunde

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Geschenke an Nichtarbeitnehmer
  • Steuerpflicht beim Empfänger
  • Pauschale Besteuerung mit 30 %

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Geschenke abzugsfähig mit § 37b EStG
Eigener Kontenplan SKR 03
  4631
IKR  
6871 SKR 04
  6611
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Pauschale Steuern für Geschenke und Zugaben abzugsfähig
Eigener Kontenplan SKR 03
  4632
IKR  
6240 SKR 04
  6612
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Der Empfänger muss betrieblich veranlasste Sachzuwendungen (Geschenke) nicht versteuern, wenn der Schenker die Steuer gem. § 37b EStG für ihn pauschal mit 30 % übernimmt. Der Schenker bucht die pauschale Steuer, wenn sie abziehbar ist, auf das Konto "Pauschale Steuern und Abgaben für Geschenke und Zugaben abzugsfähig" 4632 (SKR 03) bzw. 6612 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Pauschale Steuern und Abgaben für Geschenke und Zugaben abzugsfähig

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Nicht abziehbares Geschenk mit pauschaler Besteuerung

Herr Huber ist zum Geschäftsjubiläum seines Kunden eingeladen. Er schenkt seinem Kunden einen Bildband, für den er mit seiner EC-Karte 53,50 EUR (brutto) gezahlt hat. Seine Zuwendung ist betrieblich veranlasst. Der Wert des Bildbands ist beim Geschäftsfreund als Betriebseinnahme zu erfassen. Damit dieser Vorgang bei seinem Geschäftsfreund keine steuerlichen Auswirkungen hat, versteuert er den Betrag pauschal mit 30 %. Dabei geht er wie folgt vor:

Einkauf des Bildbands: Diesen Einkauf erfasst Herr Huber mit dem Bruttobetrag als nicht abziehbare Betriebsausgabe, weil er bei Geschenken über 35 EUR keinen Vorsteuerabzug geltend machen darf.

 
Schenkungsvorgang: Bemessungsgrundlage ist der Bruttowert von 53,50 EUR
Pauschalsteuer 30 % von 53,50 EUR = 16,05 EUR
Solidaritätszuschlag 16,05 EUR × 5,5 % = 0,88 EUR
pauschale Kirchensteuer 16,05 EUR × 7 % = 1,12 EUR
Pauschalsteuern insgesamt 18,05 EUR

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
4636 Geschenke nicht abzugsfähig mit § 37b EStG 53,50 1200 Bank 53,50
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
6621 Geschenke nicht abzugsfähig mit § 37b EStG 53,50 1800 Bank 53,50

Da die Aufwendungen, die mit 30 % pauschal versteuert werden, nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden dürfen, darf auch die pauschale Steuer nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden.

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
4637 Pauschale Steuern für Geschenke und Zuwendungen nicht abzugsfähig 18,05 1200 Bank 18,05
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
6622 Pauschale Steuern für Geschenke und Zuwendungen nicht abzugsfähig 18,05 1800 Bank 18,05
 

Achtung

Vorsteuerabzug bei nicht abzugsfähigen Geschenken ausgeschlossen

Bei Geschenken über 35 EUR darf keine Vorsteuer abgezogen werden, und zwar auch dann nicht, wenn der Unternehmer ansonsten zum Vorsteuerabzug berechtigt ist. Wenn beim Einkauf kein Vorsteuerabzug beansprucht werden kann, fällt bei der unentgeltlichen Zuwendung auch keine Umsatzsteuer an. Damit ist der Vorgang dann abgeschlossen.

3 Unterscheidung nach dem Zweck der Zuwendung von Geschenken

Unternehmen haben bei Zuwendungen an Nichtarbeitnehmer zunächst die folgende Ausgangssituation:

  • Erfolgt die Zuwendung aus eigenem betrieblichen Interesse, z. B. für Werbezwecke, sind die Kosten als Betriebsausgaben abziehbar (Bewirtungskosten zu 70 %), ohne dass sie beim Empfänger versteuert werden.
  • Geschenke an Geschäftsfreunde (Nichtarbeitnehmer) darf der Unternehmer nur dann als Betriebsausgaben abziehen, wenn ihr Wert pro Person und Jahr nicht mehr als 35 EUR beträgt. Ausnahme: Geschenke, die ausschließlich betrieblich genutzt werden können.
  • Privatgeschenke haben keine steuerlichen Auswirkungen.

Der Beschenkte braucht den Wert des Geschenks nicht als Betriebseinnahme zu erfassen, wenn ihm der Schenker mitgeteilt hat, dass er die Steuer gem. § 37 b EStG übernommen hat. Die Besteuerung unterbleibt auch bei Streuwerbeartikeln bis 10 EUR je Artikel und geringwertigen Warenproben, die nicht als Geschenke i. S. d. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 Satz 1 EStG einzustufen sind.[1]

4 Besonderheiten bei Geschenken an Geschäftsfreunde

Ist der Beschenkte ein Unternehmer, muss er den Wert des Geschenks (Marktwert) i. d. R. als Betriebseinnahme erfassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob und in welchem Umfang der Schenkende die Aufwendungen als Betriebsausgaben abziehen kann. Der Beschenkte muss

  • bei privater Verwendung des Geschenks den Wert als Betriebseinnahme und anschließend als Privatentnahme erfassen,
  • bei betrieblicher Verwendung des Geschenks den Wert als Betriebseinnahme und gleichzeitig als Betriebsausgabe erfassen.
  • keine Einnahmen versteuern, wenn der Schenker ihm mitteilt, dass er die Zuwendung pauschal versteuert.
 

Praxis-Tipp

Kleine Werbegeschenke werden nicht besteuert

Der Beschenkte braucht den Wert des Geschenks nicht als Einnahme zu erfassen, wenn es sich nur um Kleinigkeiten bzw. Gegenstände von geringem Wert bis 10 EUR (Streuwerbeartikel) handelt, z. B. Stifte, Einwegfeuerzeuge usw. M...

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