Zusammenfassung

 
Begriff

Beteiligungen können an Kapitalgesellschaften sowie an Personengesellschaften oder Einzelunternehmen bestehen. Handelsrechtlich stellen Beteiligungen einen Vermögensgegenstand dar. Steuerrechtlich gehören nur Beteiligungen an Kapitalgesellschaften zu den Wirtschaftsgütern. Beteiligungen an Personengesellschaften sind steuerrechtlich nicht als eigenständige Wirtschaftsgüter zu erfassen. Eine solche Beteiligung besteht vielmehr in dem Anteil des Gesellschafters am Gesellschaftsvermögen, wie er sich im Kapitalkonto darstellt. Beteiligungen sind abzugrenzen von schuldrechtlichen Verträgen, wie z. B. von Darlehensverhältnissen.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

§ 271 Abs. 1 HGB bestimmt den Begriff der Beteiligung.

Nach § 246 Abs. 1 Satz 1 HGB hat der Jahresabschluss sämtliche Vermögensgegenstände, Schulden, Rechnungsabgrenzungsposten, Aufwendungen und Erträge zu enthalten; zu den Vermögensgegenständen gehören auch Beteiligungen, und zwar unabhängig von der Rechtsform des Unternehmens, an dem die Beteiligung besteht.

§ 253 Abs. 1, 3, § 255 Abs. 1 HGB, § 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG enthalten die Ansatz- und Bewertungsvorschriften. Beteiligungen sind höchstens mit den Anschaffungskosten, ggf. einschl. Anschaffungsnebenkosten und vermindert um Abschreibungen, anzusetzen. Ggf. ist eine Wertaufholung vorzunehmen (§ 253 Abs. 3 HGB, § 6 Abs. 1 Nr. 2 EStG).

Nach § 266 Abs. 2 A. III. HGB gehören Beteiligungen zum Anlagevermögen. Sie können ausnahmsweise auch Umlaufvermögen sein (§ 266 Abs. 2 B. III.HGB). § 275 Abs. 2, 3 HGB enthält Regelungen zum Ausweis der Erträge und der Aufwendungen in der Gewinn- und Verlustrechnung.

§ 5 Abs. 1 EStG regelt die Fragen zur Maßgeblichkeit der Handelsbilanz für die Steuerbilanz und die Ausübung von Wahlrechten.

§ 8 KStG, R 8.1 ff. KStR bestimmen die Ermittlung des Einkommens für Körperschaften. § 8b KStG regelt Besteuerungsfragen bei Beteiligung einer Körperschaft an anderen Körperschaften und Personenvereinigungen. § 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, § 16 Abs. 1 Nr. 2 und § 18 Abs. 1 Nr. 4, Abs. 4 Satz 2 EStG regeln die ertragsteuerliche Erfassung von Beteiligungen an Personengesellschaften und -gemeinschaften.

1 Bilanzsteuerrecht

1.1 Definition

Beteiligungen sind Anteile an anderen Unternehmen, die bestimmt sind, dem eigenen Geschäftsbetrieb durch Herstellung einer dauernden Verbindung zu jenen Unternehmen zu dienen. Auf eine bestimmte Anteilsquote kommt es dabei grundsätzlich nicht an. Im Zweifelsfall gelten als Beteiligung Anteile an einer Kapitalgesellschaft, die insgesamt mindestens 20 % des Nennkapitals dieser Gesellschaft überschreiten (Beteiligungsvermutung).[1]

Für nach dem 31.12.2015 beginnende Geschäftsjahre gibt es eine weitere Beteiligungsvermutung. Diese greift, falls ein Nennkapital nicht vorhanden ist, und umfasst den 5. Teil der Summe aller Kapitalanteile an dem betreffenden Unternehmen. Ist dieser überschritten, wird auch in diesem Fall eine Beteiligung vermutet.[2]

Beteiligungen gehören grundsätzlich zu den Finanzanlagen. Der Beteiligte ist regelmäßig an den unternehmerischen Entscheidungen (Stimmrecht, Informationsrecht) beteiligt und trägt das unternehmerische Risiko (Gewinnbezugsrecht, Beteiligung am Liquidationserlös) mit. Ihr Erwerb erfolgt durch Geld- oder Sacheinlagen.

Keine Beteiligungen sind gegeben bei reinen Darlehensverhältnissen, bei denen der Darlehensgeber nicht am unternehmerischen Risiko oder ggf. am Verlust des Darlehensnehmers beteiligt ist.

[2] § 271 Abs. 1 Satz 3 HGB, Art. 75 Abs. 1 EGHGB, jeweils i. d. F. des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz – BilRUG – v. 17.7.2015, BGBl 2015 I S. 1245.

1.2 Arten von Beteiligungen

Handelsrechtlich gehört mit Ausnahme von eigenen Anteilen jeder Anteil an einem anderen – inländischen oder ausländischen – Unternehmen zu den Beteiligungen. Es ist unerheblich, ob die Anteile in Wertpapieren verbrieft sind oder nicht.[1] Steuerrechtlich wird unterschieden zwischen:

  • Beteiligungen an Kapitalgesellschaften und
  • Beteiligungen an Personengesellschaften (oder Einzelunternehmen).

1.2.1 Beteiligungen an Kapitalgesellschaften

Zu den Beteiligungen an Kapitalgesellschaften gehören solche an Unternehmen, die von einer SE, AG, einer KGaA, einer GmbH, von sonstigen juristischen Personen, wie z. B. Stiftungen, Körperschaften oder Anstalten des öffentlichen Rechts oder von bergrechtlichen Gewerkschaften betrieben werden. Die Mitgliedschaft in einer eingetragenen Genossenschaft gilt nicht als Beteiligung.[1] Werden die Beteiligungen nicht in einem Betriebsvermögen gehalten, erzielt der Anteilseigner daraus Einkünfte aus Kapitalvermögen nach § 20 Abs. 1 Nr. 1 EStG.

1.2.2 Beteiligungen an Personengesellschaften

1.2.2.1 Allgemeines

Zu den Beteiligungen an Personengesellschaften gehören regelmäßig

  • die Beteiligung als persönlich haftender Gesellschafter an GbR, OHG, KG (= Komplementär) oder KGaA sowie
  • die Beteiligung als Kommanditist.

Das gilt grundsätzlich unabhängig vom Umfang der Beteiligung. Eine Ausnahme kann aber z. B. bei Kommanditanteilen an einem offenen Fonds in der Form einer KG gegeben sein.

1.2.2.2 Personengesellschaft von Angehörigen eines freien Berufs

Auch Angehörige eines freien Berufs könne...

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