Bertram/Brinkmann/Kessler/M... / 2.23 Nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanzierte derivative Finanzinstrumente (Nr. 19)
 

Rz. 127

Nr. 19 verlangt Angaben für den Fall, dass derivative Finanzinstrumente nicht zum beizulegenden Zeitwert bilanziert wurden. Aus Nr. 23 ergibt sich, dass die derivativen Finanzinstrumente, die in eine Bewertungseinheit einbezogen wurden, von der Angabe ausgenommen sind. Als derivative Finanzinstrumente gelten nach IDW RH HFA 1.005, Tz. 4 f.

  • als Fest- oder Optionsgeschäfte ausgestattete Termingeschäfte sowie
  • Warentermingeschäfte, bei denen Veräußerer oder Erwerber zur Abgeltung in bar oder durch andere Finanzinstrumente berechtigt sind.

Zudem sind auch eingebettete Derivate eines strukturierten Finanzinstruments, die gem. IDW RS HFA 22 getrennt zu bilanzieren sind, hierunter zu subsumieren. Die Angabepflicht nach Nr. 19 ergänzt die nach Nr. 18 und 20 und führt in der Summe zur Angabe der beizulegenden Zeitwerte der derivativen Finanzinstrumente, soweit nicht eine Bilanzierung zum beizulegenden Zeitwert erfolgt ist.

Die analog zu Nr. 18 geforderten Angaben haben nach Kategorien und bezogen auf den Abschlussstichtag zu erfolgen; selbst wesentliche Einzelderivate sind nicht getrennt angabepflichtig. Als Kategorien sind mind. zu unterscheiden zinsbezogene, währungsbezogene, aktien-/indexbezogene sowie sonstige Geschäfte. An zu benennende Arten bieten sich insb. Optionen, Futures, Forwards und Swaps sowie ggf. deren Kombinationen an.

 

Rz. 128

Die umfangreichen Angabepflichten können anhand einer Tabelle erfolgen, die die Spalten a) Kategorien (Arten), b) Nominalbetrag, c) positiver beizulegender Zeitwert, d) negativer beizulegender Zeitwert, e) Bewertungsmethode, f) Buchwert (soweit vorhanden) sowie g) Bilanzposten (sofern in Bilanz erfasst) enthält. Für die Unmöglichkeit der verlässlichen Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts muss ausgehend von § 255 Abs. 4 HGB erläutert werden; ein bloßer Hinweis darauf reicht nicht aus.

Kleine KapG und kleine KapCoGes sind von der Angabe nach § 288 Abs. 1 HGB befreit.

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