Anzahlungen, erhaltene

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Brutto-/Nettobuchung
  • Umsatzsteuer
  • Abgrenzung zur Vorauszahlung

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Erhaltene, versteuerte Anzahlungen 19 % USt (Verbindlichkeiten)
Eigener Kontenplan SKR 03
  1718
IKR  
2800 SKR 04
Kostenart 3272
  Kostenstelle/Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Erhaltene Anzahlungen, Restlaufzeit bis 1 Jahr
Eigener Kontenplan SKR 03
  1719
IKR  
2800 SKR 04
Kostenart 3280
  Kostenstelle/Schlüssel

Wer eine Anzahlung leistet, kann sich die Vorsteuer vom Finanzamt zurückholen, auch wenn noch keine Leistung ausgeführt worden ist. Wer Anzahlungen erhält, muss für diesen Betrag im Voranmeldungszeitraum des Zuflusses Umsatzsteuer zahlen (Mindest-Ist-Besteuerung). Eine Anzahlung, für die noch keine Leistungen abgerechnet wurden, wird als Verbindlichkeit ausgewiesen. Unterliegen die Umsätze dem normalen Steuersatz, bucht der Unternehmer die Anzahlung im Zeitpunkt des Zuflusses in seiner Buchführung auf das Konto "Erhaltene, versteuerte Anzahlungen 19 % USt (Verbindlichkeiten)" 1718 (SKR 03) bzw. 3272 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Bank

an Erhaltene, versteuerte Anzahlungen 19 % (Verbindlichkeiten)

Unterliegen die Umsätze dem ermäßigten Steuersatz, verwendet der Unternehmer das Konto "Erhaltene Anzahlungen 7 % USt" 1711 (SKR 03) bzw. 3260 (SKR 04) und ohne Umsatzsteuerpflicht das Konto "Erhaltene Anzahlungen, Restlaufzeit bis 1 Jahr" 1719 (SKR 03) bzw. 3280 (SKR 04).

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Erhaltene Anzahlung

Herr Huber hat von seinem Kunden Krämer eine Bestellung über Waren im Wert von 50.000 EUR zuzüglich Umsatzsteuer erhalten. Die Lieferung ist für den Januar 02 vorgesehen. Der Kunde Krämer überweist vereinbarungsgemäß eine Anzahlung von 23.800 EUR, die am 30.7.01 dem Konto von Herrn Huber gutgeschrieben wird.

Herr Huber muss den Betrag als Verbindlichkeit ausweisen und die Umsatzsteuer von 3.800 EUR, die in der Anzahlung von 23.800 EUR enthalten ist, in seiner Umsatzsteuervoranmeldung für den Monat Juli 01 erfassen. Er bucht die Anzahlungen nach der sog. Nettomethode.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1200 Bank 23.800 1719 Erhaltene Anzahlungen, Restlaufzeit bis 1 Jahr 20.000
      1776 Umsatzsteuer 19 % 3.800
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1800 Bank 23.800 3280 Erhaltene Anzahlungen, Restlaufzeit bis 1 Jahr 20.000
      3806 Umsatzsteuer 19 % 3.800

Bei Verwendung der Konten, bei denen die Umsatzsteuer automatisch ermittelt wird, sieht der Buchungssatz wie folgt aus:

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1200 Bank 23.800 1718 Erhaltene, versteuerte Anzahlungen 19 % USt (Verbindlichkeiten) 23.800
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1800 Bank 23.800 3272 Erhaltene, versteuerte Anzahlungen 19 % USt (Verbindlichkeiten) 23.800

Diese Buchungssätze machen deutlich, dass nur der Nettobetrag als Verbindlichkeit (= erhaltene Anzahlung) ausgewiesen wird.

Die Umsatzsteuer von 3.800 EUR wird bei dieser Buchung ebenfalls als Verbindlichkeit ausgewiesen. Sobald Herr Huber diesen Betrag in seiner Umsatzsteuervoranmeldung erklärt und an das Finanzamt gezahlt hat, bucht er die Zahlung der Umsatzsteuer.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 03 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
1780 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 3.800 1200 Bank 3.800
 

Konto

SKR 04 Soll

Konten-

bezeichnung
Betrag

Konto

SKR 04 Haben

Konten-

bezeichnung
Betrag
3820 Umsatzsteuer-Vorauszahlungen 3.800 1800 Bank 3.800

Mit dieser Buchung wird die Umsatzsteuerverbindlichkeit von 3.800 EUR kompensiert. Von der Anzahlung i. H. v. 23.800 EUR werden zu diesem Zeitpunkt per Saldo nur noch 20.000 EUR als Verbindlichkeit ausgewiesen.

 

Praxis-Tipp

In der Bilanz wir der Nettobetrag der Anzahlung ausgewiesen

Wird bei der Verbuchung erhaltener Anzahlungen die Nettomethode angewendet, wird nur der Nettobetrag ausgewiesen. Die Nettomethode wird handelsrechtlich als zulässig angesehen. Nach dem Prinzip der Maßgeblichkeit ist der Ausweis in der Handelsbilanz auch für die Steuerbilanz maßgebend, wenn es im Steuerrecht keine Regelung gibt, wonach die Übernahme der Handelsbilanzwerte ausdrücklich ausgeschlossen ist. Eine derartige Ausnahmeregelung gibt es bei der Bilanzierung von Anzahlungen jedoch nicht.

3 Abgrenzung zwischen Anzahlung und Vorauszahlung

Anzahlungen bzw. Vorauszahlungen müssen sowohl in der Buchführung des Zahlenden als auch in der Buchführung des Zahlungsempfängers erfasst werden. Es kommt entscheidend darauf an, ob die Zahlungen aufgrund einer bereits erbrachten Leistung erfolgt sind. Wie die Zahlungen zu erfassen sind, hängt also davon ab, ob es sich

  • um eine Anzahlung handelt, die geleistet wurde, weil der Vertragspartner eine Sachleistung (teilweise) erfüllt hat, oder
  • um eine Vorauszahlungen, die ein Vertragspartner leistet, bevor der andere Vertragspartner seine Gegenleistung (= eine Sachleistung) ganz oder teilwe...

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