Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / III. Auswahl und Definition bedeutender Key-Comparable-­Bewertungsverfahren
 

Tz. 9

Stand: EL 38 – ET: 6/2019

Die gebräuchlichsten und theoretisch eng verbundenen Instrumente einer Unternehmensbewertung, die auf den gewonnenen Plandaten zur Bilanz-, Finanz- und Ertragslage aufsetzen, sind die bekannten Verfahren die DCF-Kalkulation oder als Kontrollwerte die Key-Comparable-Analyse. Bei Letzterer wird zwischen statischen und dynamischen Verfahren unterschieden. Zu diesen Verfahren zählen zB Bewertungskennzahlen wie KGV, EV/EBITDA, EV/Sales, Dividendenrenditen oder operative Maßgrößen wie Wachstumsraten, ROCE oder ROE-Renditen, Margenbetrachtungen oder die Analyse von Ertrags- und Kostenstrukturen (vgl. hierzu grundlegend Graham et al., 1988).

Die Berechnung dieser Kennzahlen setzt auf den Jahresabschlussdaten auf. Durch Multiplikatoren (zB Earnings per share (EPS) t1 x KGV (Vergleichsgruppe) t1 = Fair Value) lassen sich daraus rechnerisch "faire" Unternehmenswerte errechnen. Damit setzt die Verwendung dieser Kennzahlen aber implizit die Anforderungen an das Rechnungswesen, dass die Basis-Umsatz-, Ergebnis- und Renditewerte zB über Unternehmen hinweg vergleichbar, stetig berechnet, letztendlich in Cashflows transformierbar, transparent und von operativ nachhaltiger Relevanz sind.

 

Tz. 10

Stand: EL 38 – ET: 6/2019

Es kann zwischen statischen und dynamischen Verfahren unterschieden ­werden. Nachfolgend werden exemplarisch wesentliche Kennzahlen genannt, die wesentliche vereinfachte Barwertansätze darstellen sollen.

Die Problematik der statischen Verfahren besteht im Wesentlichen darin, dass die Berechnung auf den Umsatz-, Ergebnis- oder Renditekennzahlen eines Jahres (idR aktuelles oder nächstes Geschäftsjahr) aufsetzt und daher aperiodische, bedeutsame Sondereffekte und unterschiedliche Phasen eines Zyklus zu Verzerrungen führen können oder unterschiedliche Wachstumsraten, Wertschöpfung oder Risikoparameter nicht explizit abgebildet sind. Diese Thematik lässt sich zT durch dynamische Elemente, in Anlehnung an Barwertansätze, vermeiden (Dynamische Analysekennzahlen setzen statische Analysekennzahlen ins Verhältnis zur prognostizierten Wachstumsrate der zugrunde liegenden Ergebniskennzahlen.).

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