Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 2. Überblick über die ursprüngliche Organisationsstruktur (gültig bis 31.03.2001)
 

Tz. 27

Stand: EL 40 – ET: 02/2020

Die vormalige Organisationsstruktur setzte sich aus folgenden Organen zusammen: Board, Standing Interpretations Committee (SIC), Advisory Council, Steering Committees, Consultative Group, Executive Committee sowie Secretary General und Technical Staff.

 

Tz. 28

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Der Board als das zentrale Organ und Entscheidungsgremium war neben den inhaltlichen Fragen der Standardisierung (im Wesentlichen Diskussion von Rechnungslegungsproblemen, Beratung und Veröffentlichung von Exposure Drafts sowie Veröffentlichung und Überarbeitung von IAS) für die Führung der Geschäfte verantwortlich. Er durfte bis zu 17 Mitglieder umfassen – 13 Ländervertreter und bis zu vier Organisationen. Die Auswahl der im Board vertretenen Mitgliedsländer erfolgte durch den Council der IFAC. Die erneuerbare Mitgliedschaft der vom Council in den Board berufenen Ländervertreter betrug bis zu fünf Jahre (idR erfolgte die Ernennung mit einer Amtszeit von zweieinhalb Jahren). Die Aufnahme von maximal vier an Rechnungslegungsfragen interessierten Organisationen oblag dagegen allein dem Board. Die Mitgliedsdauer der vom Board berufenen Organisationen wurde bei deren Berufung festgelegt, ohne dass hierbei feste Regeln zu berücksichtigen waren.

Jede Länderdelegation war berechtigt, zwei Board-Repräsentanten (Representatives) – idR jeweils ein Vertreter des Berufsstands der Wirtschaftsprüfer und aus der Wirtschaft (Preparer) – und einen Fachberater (Technical Advisor) für die Teilnahme an den Sitzungen zu nominieren. Neben den Vertretern der Länder Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien (inkl. Sri Lanka), Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, der Niederlande, Skandinaviens (Dänemark, Norwegen, Schweden), Südafrika (inkl. Zimbabwe) und der USA gehörten dem Board zuletzt nur drei Organisationen als stimmberechtigte Mitglieder an: das International Coordinating Committee of Financial Analysts Associations (ICCFAA) seit 1986, die Federation of Swiss Industrial Holding Companies seit 1995 und seit 1996 der International Council of Investment Associations (ICIA). Beobachterstatus im Board hatten der FASB seit 1991, die Europäische Kommission seit 1991, die IOSCO seit 1996 und das Chinese Institute of Certified Public Accountants seit 1997.

Der Vorsitzende (Chairman) wurde von den Mitgliedern des Board für zweieinhalb Jahre bestimmt; seine Wiederwahl war grundsätzlich möglich (vgl. Bolin, WPg 1990, S. 482), entsprach aber nicht der Tradition.

 

Tz. 29

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In seiner letzten Sitzung des Jahres 1996 beschloss der Board, ein neu zu schaffendes Gremium mit der zeitnahen Auslegung von IAS zu beauftragen. Vorbilder für dieses Standing Interpretations Committee (SIC) – übersetzt mit "Ausschuss für Fragen der Auslegung" – waren die 1984 eingerichtete Emerging Issues Task Force (EITF) des amerikanischen FASB und die Urgent Issues Task Force (UITF) des britischen Accounting Standards Board (ASB). Das Gremium umfasste zwölf – vom Board zu benennende – stimmberechtigte Mitglieder. Es traf sich erstmalig im April 1997. Als Mitglieder waren überwiegend erfahrene Fachleute aus den technischen Grundsatzabteilungen internationaler Prüfungsgesellschaften und dem Finanz- und Rechnungswesen der Wirtschaft vertreten. Die IOSCO und die Europäische Kommission nahmen ebenfalls wie im Board einen Beobachterstatus ein.

 

Tz. 30

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Im Jahre 1995 wurde der aus hochrangigen Persönlichkeiten der Politik und Wirtschaft bestehende Advisory Council etabliert. Die Aufgaben dieses elfköpfigen Gremiums lagen in der Förderung der Reputation und Bekanntheit von IASC und IAS, der Beschaffung finanzieller Mittel, der Aufsicht über die Aktivitäten des Board sowie der Erreichung strategischer Ziele. Die Ergebnisse wurden jährlich in einem Rechenschaftsbericht publiziert.

 

Tz. 31

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Bei den Steering Committees, die auch als Lenkungsausschüsse bezeichnet wurden (vgl. Haller, DBW 1993, S. 1299), handelt es sich um zeitlich begrenzte Arbeitskreise, die den Board durch Entwicklung von Vorschlägen zur inhaltlichen Gestaltung bzw. Überarbeitung von IAS fachlich unterstützten. Sie wurden vom Board ernannt. Ihre Leitung übernahm üblicherweise ein Board-Delegierter. In der Regel gehörten Vertreter von drei weiteren Mitgliedsländern den Steering Committees an. Es konnten auch Fachleute nicht im Board vertretener Länder benannt werden. Unterstützt durch einen Projekt-Manager des IASC-Sekretariats recherchierte, diskutierte, beriet und erarbeitete das Steering Committee die Entwürfe bis zum Standard (vgl. Kleekämper, 1995, S. 107). Größe und voraussichtliche Zeitdauer eines Steering Committee wurden fallweise bestimmt.

 

Tz. 32

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Die Consultative Group wurde 1981 zur fachlichen Beratung des Board eingerichtet. Zweck dieses Organs war es, nationale Standard Setting Bodies sowie Vertreter von internationalen Organisationen der Normenanwender (Preparers), Abschlussadressat...

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