Jörg Baetge/Peter Wollmert/... / 1. Prüffelder und Sachverhaltsermittlung
 

Tz. 106

Stand: EL 41 – ET: 6/2020

Sobald die Unternehmen ihre Bereitschaft zur Mitwirkung erklärt haben, ist es Aufgabe des fallverantwortlichen Mitglieds der Prüfstelle, diejenigen Bereiche auszuwählen, die näher untersucht werden sollen (§ 6 Verfahrensordnung der Prüfstelle). Hierzu dienen in erster Linie die Geschäftsberichte der Unternehmen sowie die zuvor angeforderten Prüfungsberichte des Abschlussprüfers und etwaige Aufstellungen nicht gebuchter Prüfungsdifferenzen. Insbesondere gibt der deutsche "long-form" Prüfungsbericht, wie von § 321 Abs. 2 HGB gefordert, wichtige Hinweise auf kritische Abschlussposten.

 

Tz. 107

Stand: EL 41 – ET: 6/2020

In der Regel werden etwa fünf Prüffelder ausgewählt. Sofern bei Stichprobenprüfungen die von der DPR jährlich angekündigten Prüfungsschwerpunkte bei dem zu prüfenden Abschluss von Bedeutung sind und es keine anderen Themen gibt, die für den individuellen Abschluss von größerer Relevanz sind, werden diese berücksichtigt. Auch die von der ESMA jährlich publizierten "European common enforcement priorities" werden bei der Festlegung der individuellen Prüffelder nach denselben Grundsätzen in Betracht gezogen (vgl. Tz. 27). In einer ersten Fragerunde wird zu den betroffenen Prüffeldern um weitergehende Erläuterungen gebeten, und es werden Unterlagen wie Verträge oder Stellungnahmen Dritter angefordert. Die Kommunikation zwischen der DPR und den Unternehmen erfolgt in diesem Stadium der Prüfung schriftlich. Hieran können sich weitere Fragerunden anschließen. Einzelfragen werden häufig auch in einem Telefongespräch geklärt. In den meisten Fällen wird der jeweilige Abschlussprüfer von Beginn an mit einbezogen.

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt Baetge, Rechnungslegung nach IFRS (Schäffer-Poeschel). Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich Baetge, Rechnungslegung nach IFRS (Schäffer-Poeschel) 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Inhalt.


Meistgelesene beiträge