Unternehmen setzen beim Working Capital auf Resilienz
Für die Studie „Net Working Capital Management im Spannungsfeld von Effizienz und Resilienz“ der Beratungsgesellschaft Horváth wurde eine umfassende Marktrecherche mit über 4.000 europäischen Unternehmen durchgeführt und die Ergebnisse durch eine detaillierte Befragung in 100 Unternehmen vertieft. Working Capital Management wird zum wichtigen Erfolgsfaktor, denn die Marktrecherche zeigt: Seit 2020 stieg das Net Working Capital (NWC) um rund 17 Prozent – was in etwa 145 Milliarden Euro entspricht.
Warum Working Capital immer wichtiger wird
Noch tiefergehende Informationen liefert die Befragung von 100 Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Viele Unternehmen (87 Prozent) sehen, dass NWC eine große Bedeutung hat. Dies liegt vor allem an folgenden Faktoren:
- Herausforderungen in der Supply Chain (82 Prozent)
- Cash-Generierung/Restrukturierung (69 Prozent)
- Investitionsbedarfe (68 Prozent)
- Unsicherheit aufgrund von Krisen (67 Prozent)
- Veränderungen in Tarifen/Zöllen (61 Prozent)
- Verschlechterung der Zahlungsmoral (54 Prozent)
Betrachtung wichtiger Kennzahlen
Die Studie geht auf vier Kennzahlen im Working Capital Management besonders ein:
Kennzahlen im Working Capital Management | Formel |
Days Net Working Capital (DNWC) | DNWC = DSO+DIO – DPO |
Days Payables Outstanding (DPO) | DPO = Durchschn. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen/Umsatz x 365 |
Days Inventory Outstanding (DIO) | DIO = Durchschn. Vorräte / Umsatz x 365 |
Days Sales Outstanding (DSO) | DSO = Durchschn. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen / Umsatz x 365 |
Resilienz ist im Fokus
Wie gehen also Unternehmen mit den aktuellen Herausforderungen um? Wird zu viel Kapital gebunden, fehlt es ggf. für wichtige Investitionen. Doch das Studienergebnis zeigt bemerkenswerterweise, dass nur 21 Prozent der befragten Unternehmen Priorität auf Reduzierung des Working Capitals setzen. Stattdessen setzt die Mehrheit beim Days Net Working Capital auf Stabilität und Resilienz.
DIO: Bestände optimieren
Verbesserungspotenziale sehen die befragten Unternehmen besonders bei der Kennzahl DIO. 83 Prozent denken, dass sie ihre Bestände noch optimieren sollten. Während große Unternehmen (mit mehr als 50 Mio. Euro Umsatz) auf flexible Lieferkonditionen setzen, durch große Netzwerke resilienter sind und eine effiziente Lagerhaltung betreiben, stehen kleinere Unternehmen vor anderen Herausforderungen: Sie sind in der Regel noch stark abhängig von Lieferanten und bekommen häufig unvorteilhafte Konditionen. Zudem bauen sie eher Bestände auf, damit sie Preis- und Lieferrisiken besser abfedern können.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass die Lagerhaltung zu einem zentralen Stellhebel für mehr Liquidität und Stabilität wird – insbesondere in einem Umfeld, das von Lieferkettenunsicherheiten geprägt ist.
DSO: Große Unternehmen haben Stärken im Forderungsmanagement
62 Prozent erkennen Potenziale bei ihren Forderungen (DSO). Hier sind kleine Unternehmen ebenfalls stärker unter Druck als größere. Große Unternehmen punkten hier mit stabiler Zahlungsdisziplin und einer hohen Verhandlungsmacht. Zudem haben sie oft eine breite Kundenbasis. Kleinere Unternehmen sind in einer deutlich schwächeren Position, haben oft noch keine standardisierten Prozesse und sind zudem von einzelnen Kunden abhängig.
Insgesamt zeigt sich: Professionelles Forderungsmanagement ist ein wesentlicher Wettbewerbsfaktor, der nicht nur die Liquidität verbessert, sondern auch Risiken in Krisenzeiten reduziert.
DSO: Ergriffene Maßnahmen zur Verbesserung |
|
DPO: Kleine Unternehmen sind verhandlungsstark
Etwas weniger Ansatzmöglichkeiten (48 Prozent) sehen die Studienteilnehmer bei den Verbindlichkeiten (DPO). Interessant ist jedoch, dass gerade kleinere Unternehmen sich verhandlungssicher zeigen und mit der Durchsetzung ihrer Zahlungsbedingungen (verbesserte Zahlungsziele) ihre Lage verbessern konnten. Herausforderungen in den Lieferketten führen jedoch auch dazu, dass 46 Prozent der befragten Unternehmen die Lieferfähigkeit höher gewichtet als den Preis.
Supply Chain Finance kann unternehmensübergreifend die Finanzstrukturen verbessern. Doch diese Potenziale nutzt lediglich jedes vierte Unternehmen. Und hier sind Unternehmen mit mehr als einer Milliarde Euro Umsatz deutlich häufiger vertreten.
Damit zeigt sich: Während große Unternehmen auf Prozesseffizienz setzen, gewinnen kleinere durch Verhandlungsgeschick.
Fazit: Working Capital wird strategischer Erfolgsfaktor
Trotz gestiegener Kapitalbindung setzen Unternehmen nicht mehr allein auf Kostensenkung, sondern auf Widerstandsfähigkeit. Die Horváth-Studie macht deutlich: Ein effektives Net Working Capital Management ist heute kein reines Finanzthema mehr. Es ist ein wichtiger Faktor für nachhaltige Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit in volatilen Märkten.
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