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Bild: Horváth & Partner GmbH

Nur wer den Blick in die Zukunft wagt, kann verstehen, wohin er sich entwickeln kann und will. Dazu müssen sich Organisationen mit möglichen Zukunftsszenarien auseinandersetzen und zukunftsrobuste Strategien ableiten. Sebastian Ley erläutert das Instrument des Corporate Foresight und zeigt, wie Kerngeschäft und Neugeschäft ausbalanciert werden kann. Auch ein neuer Führungsansatz kann helfen.

Nichts ist so faszinierend wie die Zukunft…

Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Das Thema Zukunft hat die Menschheit schon immer fasziniert. Vom Orakel von Delphi bis hin zu Paul der Krake, welche als Kraken-Orakel im Rahmen der Fußball-WM 2010 durch die „Vorhersage“ von Spielergebnissen kurzzeitig Berühmtheit erlangte.

…doch Prognosen werden immer schwieriger

Doch so sehr der Blick in die Zukunft auch fasziniert, so schwer fällt es uns, genaue Vorhersagen über sie zu treffen. Studien belegen, dass Menschen notorisch schlecht abschneiden bei der Bewertung von Nichtlinearitäten, im Umgang mit Wahrscheinlichkeiten und bei der Berücksichtigung von Wechselwirkungen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich unsere Welt immer schneller wandelt. Ereignisse werden weniger planbar, schwer steuerbar und vor allem unvorhersehbar. Die Folge: Valide Zukunftsprognosen werden immer schwieriger.

Warum es für Unternehmen dennoch essenziell ist, sich aktiv und kontinuierlich mit Zukunftsfragen auseinander zu setzen, erklärt Sebastian Ley, Principal und Head of Innovation bei Horváth & Partners, in seinem Vortrag „Zukunftsmärkte erschließen: Wissen warum, wissen wo, wissen wie!“. Er zeigt auf, warum es notwendig ist, die Zukunft nicht als „fremdes Land“ zu behandeln, die Komfortzone zu verlassen und zu wagen das Undenkbare zu denken. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass wir es sind, die für die Schaffung einer wünschenswerten Welt von morgen verantwortlich sind.

Auf das richtige Pferd setzen

Auch wenn man die Notwendigkeit der Auseinandersetzung mit der Zukunft verstanden hat, stellt sich die Frage, wie man auf all die neuen Entwicklungen und Technologien reagieren soll: Big Data, künstliche Intelligenz, Prescriptive Analytics, Blockchain − Was ist für die eigene Branche relevant? Auf welchen Trend soll man setzen? Was wird „the next big thing“? Sebastian Ley beschreibt, wie man relevante Zukunftsentwicklungen erkennen und wie man sich bewusst für, aber auch gegen gewisse Richtungen entscheiden kann.

Gestalten statt vorhersagen − Das Rüstzeug der Zukunftsarchitekten

Zur Identifizierung möglicher Entwicklungsrichtungen bietet Corporate Foresight das nötige Werkzeug. Das Thema erlangte bereits in den 1970er Jahren große Aufmerksamkeit. Damals stellte der Club of Rome das Werk „Grenzen des Wachstums“ vor, in welchem Weltmodelle und Zukunftsszenarien aufgezeigt wurden. Mittlerweile ist Corporate Foresight in der Unternehmenslandschaft weit verbreitet und die Relevanz für die Strategiearbeit wurde erkannt. Eine Vielzahl von Methoden wurde entwickelt, mit deren Hilfe Unternehmen versuchen, Entwicklungen zu antizipieren und sich entsprechend für die Zukunft zu rüsten. Die etablierte und bewährte Szenariotechnik beispielsweise befähigt zum aktiven Vorausdenken und der Entwicklung möglicher Zukunftsszenarien. Daraus lassen sich in Folge zukunftsrobuste Strategien entwickeln. Führungskräfte versuchen nicht mehr vorherzusagen, sondern werden zu Architekten der Zukunft, indem sie den Wandel selbst aktiv mitgestalten.

Bestandsgeschäft & Neugeschäft – Die richtige Balance finden

Wenn man erst einmal weiß, wohin die Reise gehen soll, stellt sich die Frage, wie man dorthin kommt. Damit verknüpft sich auch die Frage nach der Vereinbarkeit mit der aktuellen Unternehmenslogik, dem Geschäftsmodell und der eigenen Rolle im Ökosystem. Erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich durch ihre Dualität im Innovationsmanagement aus. Sie erkennen, wann eine Idee im bestehenden Geschäftsmodell umgesetzt werden kann und wann neue Strukturen erforderlich sind. Radikal neue Ideen erfordern es, die Aufbau- und Ablauforganisation dem neuen Wertversprechen anzupassen, statt sie mit der bestehenden Organisationsform erschließen zu wollen, in welcher sie zu ersticken drohen. Es gilt, die richtige Balance zwischen Transformation des Kerngeschäftes und Aufbau neuer Geschäftsfelder zu finden.

Symbiose von Strategie und Innovation

Mehr denn je spielen die strategische Vorausschau und Innovationsarbeit eine Schlüsselrolle, um Wachstumspotenziale zu erschließen und den Unternehmenserfolg nachhaltig zu sichern. Dabei verschwimmen die Grenzen von Strategie- und Innovationsarbeit zunehmend. Mit neuen Methoden und flexiblen Denkweisen gelingt es, Strategiearbeit agiler zu machen und den Anforderungen eines dynamischen Kontexts gerecht zu werden.

Die Organisation von morgen verbindet Leadership und Purpose

Nicht zuletzt muss jede Organisation für sich selbst die Frage ihrer zugrundeliegenden Motivation klären. Warum stehen wir morgens auf und was treibt uns an? Eine globale CEO Studie von Horváth und Partners in Kooperation mit der Harvard University, der World Bank Group und der London School of Economics belegt, dass das Thema Purpose-Driven Leadership zunehmend an Bedeutung gewinnt. Organisationen sind nicht mehr nur kundenzentriert, sondern es kommt mehr denn ja darauf an, einen ganzheitlichen Ansatz zu verfolgen, der Sinnfindung in einem globalen Kontext ermöglicht. „Doing good doing well“ wird zum Credo einer erfolgreichen Zukunft.

Hier geht's zur Bilderserie "Die Zukunft aktiv gestalten – Instrumente, Organisationsformen und ein neuer Führungsansatz"

Schlagworte zum Thema:  Strategie, Management, Zukunft

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