Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten auf einem konstant hohen Innovationsniveau zu bleiben – Nokia, Yahoo und HP sind nur einige Beispiele. Umsetzungsschwierigkeiten bei Innovationsprojekten sind dabei nur ein Grund. Die eigentliche Ursache ist oft nur auf strategischer Ebene zu beseitigen.

Was eine gute (Innovations-)Strategie ausmacht

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass man Innovationen nicht nur auf Produktebene, sondern auch auf Geschäftsmodellebene betreiben kann (z.B. Netflix, Amazon, LinkedIn, Uber). Unternehmen sollten sich deshalb bei ihrer Strategieformulierung darüber klar sein, ob sie ihren Fokus auf technische Innovationen oder auf Geschäftsmodellinnovationen richten und in welchem Maß sie sich darin engagieren wollen. Die Verwendung einer Innovationslandkarte kann dabei helfen.

Innovationslandkarte mit vier Quadranten

Die Innovationslandkarte (zur Gesamtansicht "Bilderserie" anklicken) ist ein hilfreiches Werkzeug, um über die geplante Richtung während der Strategieformulierung nachzudenken.

  • Innovation der Unternehmensarchitektur: Neues Geschäftsmodell mit neuer Technologie (z.B. die Digitalfotografie in der Fotobranche)
  • Disruptive Innovation: Neues Geschäftsmodell mit existierender Technologie (z.B. dient das kostenfreie Android-Betriebssystem von Google als Basis zur Gewinnung weiterer Geschäftspartner [Smartphone-Produzenten und App-Entwickler], wodurch Google Zugang zu einer Vielzahl von mobilen Endnutzern bekommt.)
  • Radikale Innovation: Existierendes Geschäftsmodell mit neuer Technologie (z.B. Biotechnologie-Verfahren in der Pharmaindustrie in den 1980ern)
  • Routine-Innovation: Existierendes Geschäftsmodell mit existierender Technologie (z.B. die stetig verbesserten Mikroprozessoren von Intel)

Der Großteil aller Innovationen heutzutage sind – nicht überraschend – Routine-Innovationen. Eine Innovation der Unternehmensarchitektur ist immer die anspruchsvollste, da das Unternehmen sich an den verschiedensten Stellen gleichzeitig und zielgerichtet verändern muss.

Innovation oft nicht Teil der Strategie

Leider scheitern viele Unternehmen nach wie vor an der effizienten Eingliederung des Innovationsmanagements in die Firmenstrategie. Zwar definieren Firmen alle paar Jahre ihre übergeordnete Strategie und richten daran die verschiedenen Unternehmensfunktionen wie Marketing, Produktion, Einkauf, Rechnungswesen sowie Forschung- und Entwicklung aus. Eine Eingliederung bzw. Ausrichtung der Innovation an der Strategie des Unternehmens findet jedoch selten statt. Dadurch sind viele vielversprechende Innovationsinitiativen bereits im Vorfeld zum Scheitern verurteilt. Einige Beispiele für oftmals alleinstehende Innovationsinitiativen sind:

  • Aufteilung der F&E-Abteilung in autonome Einheiten
  • Aufbau interner Entrepreneurship-Initiativen
  • Einrichtung interner Corporate-Venture-Abteilungen
  • Anstreben von externen Allianzen
  • Durchführung von Crowd Sourcing und Open-Innovation-Kampagnen
  • Einbindung der Kunden in den Entstehungsprozess

Einige erfolgreiche Firmen – z.B. Lego oder Apple – haben in der Vergangenheit gezeigt, wie erfolgreich ganzheitliche strategische Innovationsinitiativen sein können. Besonders erfolgreich sind diese Initiativen, wenn sie systematisch durchgeführt und nicht dezentral oder auf Eigeninitiative an verschiedenen Stellen des Unternehmens betrieben werden. Eine Firma, die Innovation nicht als Teil der Strategie sieht, wird es schwer haben, alle Innovationstätigkeiten in einem Unternehmen zu bündeln und zu steuern.

Quellen und weiterführende Links: Harvard Business Review - You Need an Innovation Strategy

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