| Innovations-Ökosysteme

Gemeinsam entwickeln statt Geheimniskrämerei - Apple macht's vor

Die digitalisierte Welt ermöglicht globale Kooperation.
Bild: Corbis

Früher haben Unternehmen ihre geplanten Innovationen streng unter Verschluss gehalten, um Wettbewerbsvorteile nicht zu verlieren. Heutzutage ist jedoch ein ganz anderer Trend zu beobachten. Vor allem Innovationsführer wie Apple nutzen immer neue Formate, um sich einen Vorsprung gegenüber ihren Konkurrenten zu sichern.

Internet ermöglicht globale Kooperation bei Innovationen

Durch die Möglichkeiten, die die Digitalisierung und die neuen Kommunikationsmittel der Arbeitswelt eröffnen, haben sich zunehmend Innovationspartnerschaften zwischen Unternehmen etabliert. Eine neue und vielversprechende Art Innovationen zu generieren und sich einen Wettbewerbsvorteil zu sichern sind Innovations-Ökosysteme. In einem Ökosystem haben Firmen nicht nur die Möglichkeit mit anderen Unternehmen zu kooperieren, sondern können auch gemeinsam mit verschiedenen Stakeholdern wie z.B. Wirtschaftsverbänden, Zulieferern, Nutzern, Investoren und Forschungseinrichtungen Produkte und Geschäftsmodelle innovieren und vermarkten.

Apple als Plattform für das umgebende Ökosystem

Das Aufkommen von Softwareplattformen hat im vergangenen Jahrzehnt zur Entstehung von vollkommen neuen Industrien beigetragen. Musikstreaming-Dienste, Online-Versteigerungs-Plattformen und onlinebasierte Videospiele sind dabei nur einige prominente Beispiele. Die Marktmacht von Apple ist beispielsweise darauf zurückzuführen, dass das Unternehmen es früh geschafft hat, ein entsprechendes Ökosystem um seine Mobiltelefone aufzubauen und selbst als Plattform agiert. Apple hat es verstanden ein Netz zu spinnen, das nicht nur alle Akteure miteinander verbindet, sondern gleichzeitig für jeden Akteur von Vorteil ist.

Akteure in Apple’s Ökosystem sind unter anderem:

  • Private und gewerbliche Apple-Nutzer
  • Hardware-Produzenten (z.B. Foxconn)
  • Nachgeschaltete technische Anbieter (z.B. SAP)
  • Hersteller von Zubehör (z.B. Belkin)
  • Schulen und Universitäten (Apple on Campus)
  • Software Entwickler (z.B. Adobe) und Entwickler Community

Doch nicht nur Apple investiert in Ökosysteme, auch andere Anbieter wie der direkte Konkurrent Samsung bauen ihre Ökosysteme aus. Bloße innovative Produkte sind somit nicht mehr ein Garant für Erfolg, sondern auch das Netz, das um diese Produkte gesponnen wird und im besten Fall immer wieder neue Innovationen auf allen Ebenen generiert.

Vernetzung der Akteure

In einem Innovations-Ökosystem agieren die einzelnen Akteure nicht autonom, sondern sind zu einem gewissen Grad voneinander abhängig. So ist die Leistung eines einzelnen Unternehmens nur Teil eines Gesamtprozesses. Diese Abhängigkeit voneinander kann aber auch zu Spannungen führen, vor allem wenn die Innovationsstrategie eines einzelnen Unternehmens nicht mit dem Gesamtsystem abgeglichen wird. Aus diesem Grund ist es wichtig, Ziel und Inhalt mit allen Teilnehmern abzustimmen und nach einer gewissen Zeit immer wieder neu zu erörtern.

Quellen: Schmiedgen, Business Ecosystem Design 2013; Curley/Salmelin, Open Innovation 2.0; Digital Ecosystems.

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Innovation durch Kooperation bei Industrie 4.0

Schlagworte zum Thema:  Innovation

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