Um den eigenen strategischen Wettbewerbsvorteil nicht zu verlieren, müssen Unternehmen stetig an neuen Innovationen arbeiten. Dabei kann es sich für Unternehmen mitunter auch lohnen, ungewöhnliche Partnerschaften einzugehen. Im Digitalisierungswettlauf kooperieren beispielsweise Bosch und die Software AG bei Lösungen zu Industrie 4.0.

Vor allem im Zeitalter der Digitalisierung können Partnerschaften mit Unternehmen, deren Kerngeschäft aus der Herstellung und Entwicklung von neuen Technologien besteht, ein strategischer Wettbewerbsvorteil sein. Bei einer Partnerschaft zweier Unternehmen kann zwischen verschiedenen Formen der Zusammenarbeit unterschieden werden. Dabei ist die unterste Stufe der bloße Informationsaustausch und die höchste Stufe eine rechtlich selbstständige Ausgründung unter Beteiligung beider Firmen. Kooperationen können auf jeder Wertschöpfungsstufe stattfinden und nahezu alle betrieblichen Funktionen abdecken. Die klassische Form der Kooperation ist dabei die Kunden-Lieferanten-Beziehung, die von jedem Unternehmen in verschiedenen Formen unterhalten wird.

Innovationspartnerschaft der Robert Bosch GmbH und Software AG

Auch die Verbindung von Marktführern aus ganz unterschiedlichen Branchen kann Potenzial für eine wertvolle Zusammenarbeit haben. So haben sich beispielsweise die Software AG und die Robert Bosch GmbH dazu entschlossen, eine strategische Innovationspartnerschaft einzugehen. Ziel dieser Partnerschaft ist es, neue Dienste und Lösungen für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) und Industrie 4.0 zu entwickeln. Dabei liegt ein Fokus auf der Entwicklung von Predictive Analytics Tools. So wird die „Digital Business Plattform“ der Software AG zukünftig eine Komponente der Bosch IoT Cloud darstellen. Unter anderem gehören dazu Module zur Datenanalyse und Entscheidungsfindung in Echtzeit. Beispielsweise haben die Unternehmen ein Anwendungsverfahren entwickelt, mit dem Testaufwände in der Fertigung vermindert werden können. Die Sensordaten verraten dabei, ob Werkstücke einen zusätzlichen Qualitätscheck durchlaufen müssen oder nicht.

Partnerschaften zwischen kleinen und großen Unternehmen

Kooperationen und Netzwerke stellen vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen eine wertvolle Möglichkeit dar. So gehen insgesamt bereits 26% der Mittelständler Innovationskooperationen ein, wobei der Anteil mit zunehmender Unternehmensgröße wächst. Vermehrt schließen sich junge, hochinnovative Unternehmen mit großen bereits etablierten Unternehmen zusammen. Dabei profitieren Großunternehmen vor allem von dem innovativen Know-How, während es ihren Partnern nun möglich ist auf Kapital und bessere Marktzugänge zurückzugreifen. Jedoch muss bei dieser Form der Partnerschaft besonders darauf geachtet werden, dass sich das Machtverhältnis nicht zu Gunsten des Großunternehmens verschiebt. Bei einem Scheitern der Partnerschaft haben nämlich kleinere Unternehmen im Zweifelsfall zu wenig Kapital, um zu überleben.

Quelle: Pressemitteilung der Software AG vom 14.10.2016; Gabler Wirtschaftslexikon; Das & He 2006, IJEBR

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