Euro-Krise prägt Ziele und Herausforderungen für CFOs auch im nächsten Jahr
2012 werden wegen wirtschaftlicher Unsicherheit nicht alle Ziele erreicht
In 2012 haben sich die Finanzvorstände vieler deutscher Produktionsunternehmen vor allem drei strategischen Zielen gewidmet.
- Der Bereinigung und Neuaufstellung des Produktportfolios mit 70 % der Unternehmen,
- der Effizienzsteigerung in der Produktion mit 63 % und
- der Verbesserung von Innovation und Entwicklung mit 62 %.
Allerdings konnten diese strategischen Stoßrichtungen aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage nicht in dem Maße angegangen werden wie geplant. So bleibt ein Viertel der Befragten beim Thema Innovation und Entwicklung hinter seinem Plan zurück. Bei der Sicherstellung der Kosteneffizienz im Einkauf freuen sich alle Unternehmen über ihre optimale Zielerreichung. Bei allen anderen Bereichen gibt es allerdings negative Planabweichungen. Dazu zählen nicht nur die drei strategischen Prioritäten, sondern auch Vertrieb und Marketing oder Controlling und Rechnungswesen (s. Abb. 1).
Die CFO-Agenda 2013: Altbekanntes und Neues im Fokus
Auch in 2013 bleibt der Fokus auf der Optimierung des Produktionsportfolios und der Effizienzsteigerung in der Produktion. Auf den 3. Platz rückt nun allerdings das Working Capital Management anstelle von Innovation und Entwicklung. Auch der Bereich Controlling und Finanzen kann in unsicheren Zeiten punkten und belegt 2013 Rang vier (s. Abb. 2).
Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, dass viele deutsche Produktionsunternehmen in ihrer Planung unsicherer geworden sind, weshalb die Szenarioplanung häufiger zum Einsatz kommt. Die Zahl jener Unternehmen, die ihre Planung als sehr sicher ansieht, sinkt von 2012 auf 2013 spürbar.
Die Einschätzungen variieren zudem sehr stark nach Branche. CFOs in der Chemie- und Pharmabranche fühlen sich in ihren Planungen für 2013 überdurchschnittlich sicher. Im Maschinen- und Anlagenbau, im Bau und Konsumgüterbereich sind die Erwartungen durchschnittlich bzw. leicht darüber. Deutlich unter dem Durchschnitt liegt hingegen die Automobilbranche, die ziemlich unsichere Zeiten auf sich zukommen sieht.
Unternehmen uneins über Auswirkungen der Euro-Krise
Große Unsicherheit besteht bei den Befragten bzgl. eines möglichen Euro-Austrittes eines oder mehrerer Mitgliedsstaaten. Hier halten sich positive und negative Aussagen fast die Waage. Ähnlich heterogen ist das Meinungsbild innerhalb der Unternehmen. Fast drei Viertel geben an, dass es kein einheitliches Meinungsbild über die Auswirkungen der Euro-Krise gibt (siehe Abbildung 3).
Einigkeit besteht jedoch darin, dass die Euro-Krise bereits jetzt negative Auswirkungen für viele Unternehmen hat. Allerdings mangelt es noch an konkreten Gegenmaßnahmen. Zahlreiche Firmen befinden sich in einer Art Schockstarre und warten die Situation ab.
Grundlagen
Der Beitrag beruht auf der Publikation „Operations-Effizienz-Radar: Die Top-Hebel 2013 – Eine Entscheidungshilfe für die CFO-Agenda“, die im Oktober 2012 veröffentlicht wurde. Die Daten basieren auf einer Umfrage unter über 100 mittelständischen Produktionsunternehmen in Deutschland. Die Studie wurde gemeinschaftlich von der Unternehmensberatung Roland Berger und dem Internationalen Controller Verein (ICV) durchgeführt. Zur Studie
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