Bild: Corbis

Nicht nur produzierende Unternehmen setzen auf das „Internet of Things (IoT)“, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch im Energiesektor hat das „Internet der Dinge“ großes Potenzial, um die Energiewende voranzubringen. Neue Ideen kommen dabei immer häufiger von Start-ups, wie verschiedene Wettbewerbe in den Jahren 2016 und 2017 zeigen.

Wandel in der Energiebranche

Das Unternehmen Kiwigrid, das zu den Finalisten der Auszeichnung „Entrepreneur des Jahres 2016“ gehörte, entwickelt und betreibt modulare und schlüsselfertige Energie-Plattformen. Dabei nutzen sie das Konzept, das auch die produzierende Industrie derzeit beschäftigt: Das Internet der Dinge.

Kiwigrid hat bereits früh einen wichtigen und branchenverändernden Wandel in der Energiebranche erkannt: private und gewerbliche Konsumenten werden nun ebenfalls zu Produzenten. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Verbrauchern und Herstellern. Verbraucher können gleichzeitig Strom beziehen, aber auch ins Netz einspeisen – z.B. über eine Solaranlage auf dem Dach. Dadurch entsteht unter anderem ein verteilter Energiemarkt, der eine funktionierende Infrastruktur braucht und in dem Strombedarf und Stromerzeugung jederzeit passgenau gemessen werden können.

Intelligentes Messen in Energienetzwerken

Die Lösung dafür bieten Smart Grids: intelligente Stromnetze. Diese bezeichnen dabei die kommunikative Anbindung der Akteure des Energiesystems

  1. von der Erzeugung
  2. über den Transport,
  3. die Speicherung und
  4. die Verteilung bis hin
  5. zum Verbrauch

an das Energieversorgungsnetzwerk. Ein wesentlicher Bestandteil der Energiemanagement-Systeme ist das „Smart Metering“ – also das intelligente Messen in Energienetzen. Drei wichtige Eigenschaften müssen Systeme erfüllen, um als intelligent bezeichnet zu werden:

  • Gleichzeitiges Messen des Stromverbrauchs und der eingespeisten Strommenge,
  • Protokollieren von Spannungsausfällen und
  • Das Versorgen der Netzbetreiber mit wichtigen Informationen in Echtzeit

Vorteile des Smart Meterings liegen klar auf der Hand

Mit Echtzeitinformationen aus dem gesamten Netz sind die Betreiber dazu in der Lage, möglichst zeitgenau Erzeugung, Netzbelastung und Verbrauch weitestgehend autonom aufeinander abzustimmen. Darüber hinaus bietet diese Art der Messung für private und gewerbliche Verbraucher die Möglichkeit, das eigene Verbrauchsverhalten detailliert zu veranschaulichen und dadurch Potentiale zur Einsparung von Energiekosten zu identifizieren.

Innovationen im Energiebereich werden immer wichtiger und sind dringend nötig. Deutschland als Innovationsführer fördert deshalb auch immer wieder Innovationen im Bereich der Energie. So vergibt die Deutsche Energie-Agentur (dena) den globalen Energiewende-Award an Start-ups und junge Unternehmen, die mit kreativen Geschäftsmodellen und Visionen zum Gelingen der Energiewende beitragen (wollen). Der Bewerbungszeitraum endet am 31. Januar 2017.

Schlagworte zum Thema:  Internet der Dinge, Energiewende, Digitalisierung

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