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Im Vergleich mit den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union belegt Deutschland den 4. Platz im europäischen „Innovationsanzeiger“ und zählt damit zu den Innovationsführern. Im weltweiten Vergleich kann die EU ihre Innovationskraft ausbauen und holt gegenüber den USA und Japan auf. Der Leistungsabstand zu einem anderen Konkurrenten wird jedoch immer größer.

Durch Innovation generieren Unternehmen nicht nur einen für sich gesehenen strategischen Wettbewerbsvorteil, sondern tragen auch zu einem Anstieg des gesamtwirtschaftlichen Wohlstands bei. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass auch die Europäische Union Innovation als wichtige Priorität sieht, um Wachstum und damit Arbeitsplätze zu schaffen. Der seit 15 Jahren jährlich erscheinende Europäische Innovationsanzeiger bewertet sowohl die Innovationskraft der europäischen Mitgliedsländer untereinander als auch die der Union im internationalen Vergleich.

Deutschland ist Spitzenreiter bei Investitionen in Forschung und Entwicklung

Führend ist Deutschland in der EU bei Investments von deutschen Firmen in Forschung und Entwicklung und in allgemeine Innovationsthemen. An zweiter Stelle innerhalb der EU steht Deutschland in der Kategorie der Innovationskraft von kleinen und mittelständischen Unternehmen. Diese Spitzenplatzierung wird jedoch überschattet von der Tatsache, dass die Innovationskraft relativ zum EU-Durchschnitt seit 2012 weniger stark wächst. Das mag daran liegen, dass sich Deutschland im Bereich des Humankapitals – im Gegensatz zu den anderen Innovationsführern – nur auf EU-Durchschnittsniveau bewegt. Vor allem im Bereich der Tertiär- und Sekundärausbildung wird Deutschland Nachholbedarf bescheinigt.

Am schwächsten schneidet Deutschland in der Kategorie der offenen, exzellenten und attraktiven Wissenschaftssysteme ab. Während andere Top-Performer mit Partnern aus anderen Ländern kooperieren und einen hohen Output an internationalen Beiträgen publizieren, bewegt sich Deutschland hier unterhalb des EU-Durchschnitts.

Nordwestliche Mitgliedstaaten haben die Nase vorn

In die Gruppe der Innovationsführer, die mehr als 20 % über dem EU-weiten Durchschnitt liegt, fallen neben Deutschland (4. Platz) ebenfalls:

  • Schweden (1. Platz)
  • Dänemark (2. Platz)
  • Finnland (3. Platz)
  • Niederlande (5. Platz)

Neu in dieser Gruppe sind die Niederlande, die in den letzten Jahren noch zu der Gruppe der starken Innovatoren gehörten, der unter anderem auch Frankreich (Platz 11) angehört. Schlusslichter der EU im Innovationsvergleich bilden Bulgarien (27. Platz) und Rumänien (28. Platz). Die Position Deutschlands in der Spitzengruppe zeigt sich auch auf Ebene einzelner Unternehmen. So gehören einige deutsche Konzerne zu den 50 innovativsten der Welt.

EU-Innovationskraft wird in den nächsten Jahren weiter steigen

Im globalen Vergleich liegen Süd-Korea, die USA und Japan noch deutlich über der EU-Wert. Dabei wird erwartet, dass der EU-Innovationsindex in den nächsten Jahren um 2,5 % zunimmt und die EU dabei den Leistungsabstand zu Japan und USA weiter verringern kann. Der Blick in die Zukunft zeigt jedoch auch, dass sich Südkorea weiter absetzen und der Vorsprung gegenüber China sinken wird.

Zur Studie

Der europäische Innovationsanzeiger misst die Innovationskraft der Mitgliedstaaten anhand von drei Hauptindikatoren (Treiber, Firmenaktivitäten, Effekte) und acht Innovationsdimensionen. Das Ranking ergibt sich schließlich aus insgesamt 25 Indikatoren. Die Datengrundlage (bis 1. April 2016) bilden dafür statistische Erhebungen von Eurostat, OECD und von den Vereinten Nationen.

Quelle: European Innovation Scoreboard 2016

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