18.06.2014 | Serie 14. Jahreskonferenz Strategisches Management

DB2020 – Wie transformiert man die Deutsche Bahn?

Serienelemente
Bild: Horváth & Partner GmbH

300.000 Mitarbeiter aus 130 Ländern: Das allein stellte die Deutsche Bahn (DB) vor große Herausforderungen bei der Strategiekommunikation. Jan Wehking  berichtete, wie der DB mit einem integrativen Ansatz in Bezug auf Strategie, Führung und Kultur eine erfolgreiche Transformation gelang.

Strategie DB2020 − ein Strategieprozess in fünf Schritten
Insbesondere nach abgesagtem Börsengang und Wechsel im Top-Management sah sich die Deutsche Bahn 2010 vor der Notwendigkeit, eine neue Strategie zu entwickeln und  zu verankern. Unterschiedlichste Anforderungen seitens der Stakeholder sowie vielfältigste Herausforderungen in ihrem Umfeld machten einen breiteren Managementansatz erforderlich. Ausgehend von dieser Bestandsaufnahme wurde die auf dem Nachhaltigkeitsansatz basierende Konzernstrategie DB2020 formuliert. Sie umfasst die drei Dimensionen Ökonomie, Soziales und Ökologie, innerhalb derer sich die DB die übergeordneten Ziele

  • „Profitabler Marktführer“,
  • „Top-Arbeitgeber“ und
  • „Umwelt-Vorreiter“

 gesetzt hat. Um diese Zielsetzungen zu erreichen, verfolgt die DB vier strategische Stoßrichtungen:

  • Kunde und Qualität,
  • Profitables Wachstum (Ökonomie),
  • Kulturwandel/Mitarbeiterzufriedenheit (Soziales) sowie
  • Ressourcenschonung/Emissions- und Lärmreduktion (Ökologie).

Jan Wehking, Leiter des Strategieprozesses für die Konzernstrategie, berichtete wie es der Deutschen Bahn mit Hilfe eines integrativen Ansatzes in Bezug auf Strategie, Führung und Kultur gelang, eine erfolgreiche Transformation durchzuführen.

Die Logik und Struktur der Konzernstrategie DB2020 wurde im Anschluss für sämtliche Geschäftsfelder abgeleitet. Um eine kontrollierte Zielerreichung zu gewährleisten hat die DB sowohl ein Zielsystem für den Konzern und die Geschäftsfelder entwickelt, als auch die Zielerreichung in der variablen Gehaltskomponente aller Führungskräfte verankert. Der Transformationsprozess zur konzernweiten Umsetzung der DB2020 wird seit Beginn stets und konsequent begleitet, um eine intensive Kommunikation und breite Einbindung von Führungskräften, Mitarbeitern und Stakeholdern zu gewährleisten.

Effektive Transformation von der Formulierung bis zum Vergütungssystem

  • Wiedererkennungswert der Konzernstrategie durch Visualisierung
    Die drei Dimensionen der Strategie DB2020 mit den dazugehörigen Zielen „profitabler Marktführer“, „Top-Arbeitgeber“ und „Umwelt-Vorreiter“ werden von der DB in einer Struktur mit spezifischen Bildern, Symbolen  und einem Logo dargestellt. Die Mitarbeiter erkennen die Strategie DB2020 so stets wieder und finden sie jeder Unternehmenskommunikation. 
  • Emotionale Ausgestaltung der DB2020 in den Geschäftsfeldern
    Durch zahlreiche kommunikative Maßnahmen sind alle Mitarbeiter der DB von Anbeginn über die Konzernstrategie DB2020 informiert worden. Um die konkrete Bedeutung für das jeweilige Arbeitsumfeld zu verdeutlichen und die Strategie so für jeden Mitarbeiter erlebbar zu machen war in einem nächsten Schritt die geschäftsfeldspezifische Ableitung der DB2020 notwendig. Hierfür wurden geschäftsfeldspezifische DB2020-Visionen und „-stories“ entwickelt. Diese bekommen in den einzelnen Geschäftsfeldern durch zahlreiche Kommunikationsformate zusätzlich eine emotionale Aufladung.
  • Operationalisierung der Strategie DB2020 in einem Zielsystem mit 12 Top-Zielen
    Um die DB2020 inhaltlich auszugestalten und die Fortschritte messbar zu machen, hat die DB entlang der vier strategischen Stoßrichtungen ein integriertes Zielsystem mit 12 Top-Zielen – drei Ziele je Stoßrichtung – entwickelt. So wird eine ausgewogene Abbildung des Nachhaltigkeitsansatzes sichergestellt (S.
    Bild: Präsentation von Jan Wehking auf der 14. Jahreskonferenz Strategisches Management
    ).
    Die Grundstruktur des Zielsystems ist konzernweit gültig. Um nach dem „Prinzip der inneren Differenzierung“ die spezifischen Herausforderungen der einzelnen Geschäftsfelder zu berücksichtigen, erfolgt eine Differenzierung in den konkreten Zielwerten und der Gewichtung. Das Zielsystem soll eine Ableitung von Maßnahmen auf Basis konkreter Ziele ermöglichen, Zielkonflikte im Hinblick auf den angestrebten Einklang aus Ökonomie, Soziales und Ökologie aufzeigen und den Umsetzungsfortschritt der DB2020 abbilden.  
  • Verankerung der strategischen Ziele im Vergütungssystem
    Die Dimensionen und Stoßrichtungen des neuen Zielsystems wurden auch in der variablen Vergütung für sämtliche Führungskräfte verankert. Die variable Vergütung setzt sich aus den drei Komponenten Konzernziele, Ziele im jeweiligen Geschäftsfeld und aus persönlichen Zielen  zusammen. In der Konzern- und auch in der Geschäftsfeld-Komponente werden Ziele aus allen vier strategischen Stoßrichtungen der DB2020 berücksichtigt – in der persönlichen Komponente sollen zwischen der Führungskraft und dem Mitarbeiter nach Möglichkeit ebenfalls Ziele aus allen vier strategischen Stoßrichtungen verankert werden.

Zusätzliche Begleitung des Transformationsprozesses
Um eine optimale Umsetzung der Strategie DB2020 zu gewährleisten, ist eine starke Einbindung der Mitarbeiter notwendig. Ziel ist es, die Strategie zu emotionalisieren, eine Kultur geprägt von Teamgeist zu schaffen und eine individuelle Führung jedes einzelnen Mitarbeiters zu erreichen. Hierbei kommt besonders dem transformationalen Führungsstil eine zentrale Bedeutung zu, welcher die Vorbild- und Inspirationsfunktion der Führungskraft hervorhebt. Mitarbeiter sollen ermutigt werden, eigenverantwortlich geeignete Lösungen zu finden, ihre Talente sollen gefördert und eine individuelle Behandlung angestrebt werden. Die DB möchte informierte und eingebundene Mitarbeiter, welche die Bedeutung der Strategie für ihr konkretes Arbeitsumfeld verstehen, sich die Strategie zu eigen machen und motiviert umsetzen. Im Zusammenhang der effektiven Strategieemotionalisierung und Mitarbeitereinbindung stellen neben klassischeren Methoden, wie Konferenzen, Weiterbildungen oder Reporting auch Dialogbilder, Showtrains als Austausch- und Dialogplattformen sowie Animationsfilme zur unterhaltsamen Wissensvermittlung Beispiele für eine umfassende und interaktive Strategiekommunikation dar (S.

Bild: Präsentation von Jan Wehking auf der 14. Jahreskonferenz Strategisches Management
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