„Kopf“, „Zahl“ oder „Egal“?
Ziel des Controllings ist es, das Management auf Augenhöhe bei Entscheidungen zu unterstützen. Diese Unterstützung hat aus Controllingsicht rational zu erfolgen. Emotionen sollten bei Entscheidungen außer Acht gelassen. Dabei liefert der Controller mit Hilfe von Projektionen diverse Entscheidungsoptionen, damit das Management nach kritischer Diskussion und unter Risikoaspekten abwägt und letztlich entscheidet. So die Theorie.
Jetzt denkt sicherlich die oder der eine oder andere, dass es in vielen Unternehmen bei etlichen Entscheidungen ganz anders vor sich geht: Mit Emotionen. Mit Herzblut. Mit Politik. So die Praxis.
Meine Meinung: „In vielen Unternehmen geht durch eine Organisation erst einmal ein großer Ruck, denn Entscheidungsunterstützung erfolgt nicht mit Schnick-Schnack-Schnuck!“.
Einigen (sehr wenigen) Menschen fallen diese Entscheidungen leicht. Anderen (mehreren) Menschen, die unendlich viele Optionen lieben und sich um die möglichen Auswirkungen der Risiken sorgen, fällt die Entscheidung eher schwer.
Münzwurf als gedankliche Entscheidungshilfe
Für diese zweite Gruppe kann die Kopf- oder Zahl-Entscheidungshilfe genommen werden. Wenn wir uns zwischen zwei Optionen entscheiden müssen, so notieren wir häufig in einer Liste die jeweiligen Vor- und Nachteile der entsprechenden Variante. Manchmal wird je nach Analyse noch ein weiterer Wert hinzugezogen, wie der Nutz- oder Risikowert. Dann geben wir Alternative A den Namen Kopf und Alternative B den Namen Zahl, nehmen eine Münze, werfen sie in die Luft und hoffen, dass es Kopf oder Zahl wird. Interessant ist, dass der Entscheidungsprozess genau in diesem Moment läuft. Was wünschen wir uns in dem Moment, wenn die Münze in der Luft ist, wie sie aufkommen soll, mit:
- Kopf?
- Zahl?
- Oder einfach: Egal?
Der Weg zur Festigung oder Prüfung der Entscheidung
Wenn wir auf Kopf gewettet haben und Kopf zeigt nach oben, dann wissen wir, dass dies die beste Variante ist. Wenn wir uns Kopf gewünscht haben und es wird eine Zahl, dann haben wir ein Problem. Wenn es uns egal ist, dann haben wir entweder das Problem noch nicht genug durchdrungen oder es ist uns wirklich egal – auch das kann in einigen (sehr wenigen) Fällen vorkommen. Hier hilft es, das Problem nochmals anzugehen und ggfs. noch kritischer zu reflektieren.
Unterstützung bei der Rationalitätssicherung
Konkret bedeutet dies, dass wir in Zukunft bei relevanten Entscheidungen diese Methode nutzen können, um zu überprüfen, ob wir gedanklich das Problem gründlich genug durchdrungen haben. Aber auch wenn wir uns eine Kopf-Entscheidung wünschen und es fällt die Kopf-Option, können wir nochmals prüfen, ob wir an alle relevanten Aspekte gedacht haben. Dann ist es eine Bestätigung unserer Option. Wenn wir uns eine Kopf-Entscheidung wünschen, und es fällt die Zahl-Entscheidung, dann können wir reflektieren, was uns an dieser Option stört und unsere Entscheidungskriterien überdenken. Wenn wir noch nicht genau wissen, wie wir uns entscheiden sollen und wir werfen die Münze und es fällt z. B. die Kopf-Entscheidung, dann bekommen zahlreiche Menschen in dem Moment eine Entscheidungshilfe an die Hand, denn sie wissen meist genau dann, dass sie z. B. mehr zu einer Kopf- anstelle einer Zahl-Entscheidung tendieren.
Mithilfe dieser Vorgehensweise können danach die Kriterien für eine rationale Entscheidung herausgearbeitet werden. Die Antwort lautet dann: Kopf oder Zahl und Entscheidungen sind Ihnen nie mehr egal!
To Go’s:
- Kopf, Zahl oder egal?
- Auch noch so rationale Menschen sind bei ihrer nächsten Entscheidung eingeladen, den Selbsttest zu machen...
- ... Controlling rockt Ihre Woche!
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