01.10.2013 | Serie 7. WHU-Campus for Controlling

IT-Mega-Trends verändern auch das Controlling

Serienelemente
Mark Deinert auf dem 7. WHU-Campus for Controlling
Bild: IMC

Die Weiterentwicklung von IT-Anwendungen (Hardware, Software und Datenumfang) stellen das Controlling vor neue Herausforderungen. SAP-Chefcontroller Mark Deinert geht der Frage nach, welche neuen Möglichkeiten sich dem Controlling dadurch heute und in Zukunft bieten.

Mobile, Cloud und Big Data als IT-Mega-Trends
Basierend auf den Entwicklungen der vergangenen Jahre lassen sich mehrere IT-Mega-Trends ausmachen, die Mark Deinert, Chief Controlling/Chief Operating Officer der SAP AG auf dem WHU-Campus for Controlling 2013 erläutert. Die immer stärkere Anpassung von Anwendungen auf individuelle Bedürfnisse führt dazu, dass sich der Fokus der Innovationen vom Unternehmen auf den Konsumenten verschiebt. Während der Blackberry mit mobiler E-Mail-Funktion seinerzeit das Geschäftsleben revolutionierte, wurden Formate wie Smartphone, Tablet und Co. keinesfalls als reine Business-Lösungen konzipiert. Die zunehmende Verbreitung solcher Endgeräte führt zu einer kontinuierlich wachsenden Mobilität. Diese trägt in Kombination mit neuen Sensortechniken an Maschinen, der steigenden Bedeutung von Cloud-Computing und sozialen Netzwerken zu einem rasanten Anstieg des digitalen Datenvolumens bei. Vor allem in letzterem Punkt sieht Herr Deinert interessante Perspektiven – sowohl aus Unternehmenssicht wie auch für das Controlling.

Demokratisierung der Daten statt persönlicher Exklusivität
In Zeiten von Self Service und Big Data drängt sich die Frage auf: Werden in Zukunft noch Controller gebraucht, wenn Manager die für Entscheidungen benötigten Daten und Informationen jederzeit und allerorts abrufen können? Die Antwort ist ein eindeutiges, wenn auch nicht bedingungsloses "Ja". Das Controlling sieht sich vor eine Reihe neuer Herausforderungen gestellt, wobei es nicht genügt, auf Entwicklungen zu reagieren – es geht vielmehr darum, sich proaktiv in diese einzubringen. Herr Deinert sieht Controller und CFOs deshalb in der Verantwortung, Trends mitzugestalten. Als grundlegenden Schritt in diese Richtung nennt er die "Demokratisierung von Daten": Controller lösen sich von einer "persönlichen Exklusivität" quantitativer Informationen und schaffen einen Mehrwert für das Unternehmen durch eine nutzungsorientierte Aufbereitung dieser Daten. So ermöglichen Echtzeitlösungen, z. B. mittels Sensoren generierte Massendaten, ein schnelles und passgenaues Reagieren auf Veränderungen – sei es bei dem datenbasierten Austausch von Verschleißteilen in Erntemaschinen oder der Echtzeitregistrierung von Produktverkaufszahlen via Scannerkasse.

SAP führt intern neues Self-Service-BI-Tool ein
Bedingt durch Menge und zunehmende Mobilität gewinnt auch die Visualisierung von Daten einen neuen Stellenwert. Um das erzeugte Datenvolumen sinnvoll und gezielt nutzen zu können, müssen anwenderspezifische IT-Lösungen auf Führungskräfte sowie Experten zugeschnitten, die Informationen in ihrer Komplexität reduziert und in einen entsprechenden Kontext gebracht werden. Hier geht SAP mit gutem Beispiel voran: Aktuell findet die flächendeckende Einführung eines interaktiven Tools statt, das den Zugriff auf allgemeine Kennzahlen, Forecasts etc. ermöglicht. Der Nutzer kann die Ansicht dieser Daten auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden und sich, ausgehend von einer Überblicksdarstellung, immer weiter in die gewünschte Detailtiefe einarbeiten. Hierbei ist es von essentieller Bedeutung, die Zahlen auf einem einheitlichen Stand zu halten. Die zentrale Gestaltung und Verwaltung der Daten fällt somit in die Verantwortung des Controllings.

Die aufgezeigten Aufgaben stellen einen zentralen Bestandteil der (künftigen) Controllertätigkeit dar und erfordern eine verstärkte Kommunikation zwischen Management und Controlling, was eine Reihe weiterer "New Challenges" für die Controllerpersönlichkeit, wie vertiefte Geschäftskenntnis oder Emotional Intelligence, mit sich bringt. Stellen sich Controller auf diese Herausforderungen ein und lassen sich von den Entwicklungen nicht nur beeinflussen, sondern wirken aktiv an deren Ausgestaltung mit, ist ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg auch in Zukunft unentbehrlich.

Der Referent
Mark Deinert (Chief Controlling/Chief Operating Officer der SAP AG)

Schlagworte zum Thema:  Business Intelligence, SAP

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