Die Ansprüche an die Berichterstattung der Unternehmen verändern sich in einem globalen und zunehmend volatilen Marktumfeld[1] permanent. Aus Megatrends wie der Globalisierung und Internationalisierung, der voranschreitenden Digitalisierung, der zunehmenden internen und externen Vernetzung und der Entwicklung hin zu mehr nachhaltigem Wirtschaften resultieren zusätzliche Anforderungen.[2] Zugleich bieten die neuen technologischen Möglichkeiten Chancen.

Zukunftsorientiert und integriert berichten

Blickt man auf Studien,[3] liegen die größten Herausforderungen für das Berichtswesen darin, den Zukunftsbezug der Berichterstattung zu steigern sowie integriert zu berichten, d. h. alle wesentlichen finanziellen und nicht-finanziellen Erfolgsindikatoren zu verknüpfen und in einem Informationsinstrument zu bündeln. An zweiter Stelle geht es darum, schneller und effizienter zu berichten, dabei die Flexibilität zu steigern sowie Berichte entscheidungsorientierter zu gestalten. Genauso hohe Bedeutung wird dem Thema Verbesserung und Standardisierung der Visualisierung beigemessen. Auch technologisch getriebene Themen wie dem Ausbau der Analysemöglichkeiten, der Einführung eines mobilen Reportings oder der Nutzung eines Self-Service-BI werden hohe Relevanz beigemessen. Eine permanente Übung schließlich ist es, die Datenqualität und -konsistenz zu sichern bzw. zu verbessern und den Grad der Standardisierung auszubauen.

Abb. 3: Herausforderungen im Berichtswesen

Integriertes Reporting

Viel diskutiert wird derzeit das Thema Integriertes oder Integrated Reporting.[4] Da die Unternehmen feststellen, dass ihr Geschäftsumfeld komplexer und volatiler geworden sind, erhöht dies den Druck externe und nicht finanzwirtschaftliche Daten in das Berichtswesen zu integrieren, um die Steuerungsfähigkeit zu verbessern und einen umfassenderen Überblick über die Risiken und Chancen des Unternehmens zu bekommen. Aber auch die Erwartungen von externen Stakeholdern,[5] insbesondere von Analysten und Investoren, treiben diese Entwicklung voran. Sie bemängeln häufig Inhalt, Verständlichkeit, Qualität und fehlende Fokussierung der Unternehmensberichterstattung.

Standardisierung und Automatisierung

Nicht minder herausfordernd und dringlich ist es, den Aufwand des Reportings spürbar zu reduzieren und die Geschwindigkeit dabei zu steigern. Standardisierung und Automatisierung sind hier die unter dem Schlagwort Lean Reporting diskutierten Ansätze, mit denen sowohl Kosten optimiert als auch Schnelligkeit und Transparenz erhöht werden sollen.[6] Damit im Zusammenhang auch in der Diskussion ist der Aufbau so genannter Reporting Factories. Dieser Ansatz greift die Idee der Shared Service Center auf, bündelt Reportingaufgaben an einer Stelle im Unternehmen und standardisiert sie.

Professionalisierung und Harmonisierung von Design und Visualisierung

Schließlich sind die Unternehmen an einer stärkeren Standardisierung bei der Gestaltung, dem Design und der Visualisierung von Berichten interessiert. Ein zweckmäßiges Design folgt klaren Regeln. Entfacht wurde der Trend hierzu von Dr. Rolf Hichert, der im deutschsprachigen Raum vor mehr als einem Jahrzehnt als erster vehement dafür eintrat. Mit seinen SUCCESS-Regeln liefert er ein Konzept, mit dessen Hilfe steuerungsrelevante Informationen standardisiert und übersichtlich präsentiert werden können. SUCCESS ist ein Regelwerk für die konzeptionelle und visuelle Gestaltung erfolgreicher Geschäftskommunikation nach den International Business Communication Standards (IBCS). Die gemeinnützige IBCS Association stellt diese Standards kostenlos zur Verfügung (http://www.hichert.com/de/ibcs.html).[7]

Leistungsfähigere IT-Tools und Systeme

Daneben prägen technologische Entwicklungen das Reporting. So stehen immer leistungsfähigere IT-Tools und Systeme zur Verfügung, mit denen Daten analysiert und Berichte aufbereitet werden können. Self-Service Reporting Tools befähigen die Fachbereiche zur selbständigen Erstellung von eigenen Datenauswertungen und Berichten durch Einsatz darauf spezialisierter Werkzeuge ohne eine permanente Unterstützung durch das Controlling oder die IT.[8] Die Informationsempfänger lösen als Nutzer die Informationserzeugung und -übermittlung selbst aus. Zwar sollen Standardberichte weiterhin zentral zur Verfügung gestellt werden, ein ergänzendes, dezentrales und selbst erstelltes Reporting unter Nutzung von Self-Service-Tools soll jedoch Effizienz und Qualität im Reporting spürbar erhöhen.

Mobiles Reporting und Big Data

Auch mobiles Reporting gewinnt an Bedeutung, weil es die von Ort und Zeit unabhängige Bereitstellung von Berichten und Analysen ermöglicht.[9] Spezifische Reporting-Applikationen sollen zukünftig eine mehr oder minder intuitive Analyse und Kommentierung ermöglichen. Schließlich dürfte "Big Data", also die Nutzung großer, meist unstrukturierter Datenmengen für Analysezwecke zusehends Einfluss auf die Unternehmenssteuerung und damit auf das Reporting haben. Auch das Cloud Computing hat mittlerweile e...

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