23.12.2013 | Serie CCS Controlling Competence Stuttgart 2013

Änderung der Leasingbilanzierung nach IFRS würde Kennzahlen beeinflussen

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Bild: Internationaler Controller Verein

Das International Accounting Standards Board (IASB) plant eine fundamentale Änderung der IFRS-Regelungen zur Leasingbilanzierung. Welche Folgen und Herausforderungen dies für den Controller mit sich bringt, erläuterte Thomas Amann in seinem Vortrag.

Warum spricht eigentlich ein Accountant zu einem Accounting-Thema auf einem Controlling-Kongress? Weil sich durch das Thema Leasing unzählige Berührungspunkte mit dem Controlling ergeben, wie Thomas Amann, Vorsitzender des Verwaltungsrats der iaf – Institute for Accounting & Finance SE, gleich zu Beginn seines Vortrages aufklärte. Denn eine Änderung der Leasingbilanzierung nach IFRS wird sich auch auf die Bilanz- und GuV-Kennzahlen (KPIs) des Controllers auswirken.

Weshalb sollen IFRS-Regelungen zur Leasingbilanzierung geändert werden?
Nach einer kurzen Darstellung der aktuellen Leasingbilanzierung gemäß IAS 17 erläuterte Amann, aus welchen Gründen sich das IASB zu einer Änderung der Regelungen veranlasst sieht.

  1. Die Ermessensspielräume bei der Auslegung der fünf Kriterien zur Klassifizierung von Leasingverhältnissen sind zu groß und werden ausgenutzt.
  2. Die Angabepflichten bei „operate leases“ werden nur unzureichend erfüllt.

Dies machte Amann an einigen Beispielen deutlich: „Leasingobjekte – wie bspw. Flugzeuge – und die dazu gehörende Finanzierung werden wie von Zauberhand im Bermuda-Dreieck der Leasing-Kriterien ins bilanzielle OFF weggestaltet.“

Was ändert sich voraussichtlich an der Leasingbilanzierung nach IFRS?

Um die bestehenden Probleme der Leasingbilanzierung in Angriff zu nehmen, sind zwei Änderungen von besonderer Bedeutung:

  1. Die Unterscheidung zwischen Finanzierungs- und Operating-Leasingverträgen wird gestrichen.
  2. Der Leasingnehmer bilanziert Nutzungsrechte und passiviert Leasingverbindlichkeiten.

Für die Unternehmen bedeutet dieser Wandel zum Nutzungsrechteansatz, dass alle bestehenden Leasingverträge, insbesondere die bisherigen „operate leases“ neu analysiert werden müssen. Ein Grund, warum die Unternehmen Sturm gegen die Änderungsvorschläge laufen. Doch mit der Vertragsanalyse gehen auch positive Nebeneffekte einher. Die bisherige Klassifizierung von Leasingverhältnissen sowie die Anhangsangaben werden überarbeitet und vervollständigt. Zudem könnten eventuelle „Vertragsleichen“ identifiziert werden.

Noch ist die Umsetzung der Änderungen der Leasingbilanzierung nicht durch, doch Thomas Amann rechnet fest damit und nennt das (Geschäfts-)Jahr 2017 als realistisch. Dabei erinnerte er das Controller-Publikum daran, dass dessen Aufgabenbereich auch die Planung umfasse, weshalb das Thema gar nicht mehr allzu fern sei.

Der Referent: Thomas Amann, Vorsitzender Verwaltungsrat iaf – Institute for Accounting & Finance SE.

Schlagworte zum Thema:  IFRS, Leasing

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