12.02.2016 | Vorstandshaftung

Wer ist für Fehler verantwortlich?

Fehler können große Wirkung entfalten, wenn sie strukturell bedingt sind
Bild: Haufe Online Redaktion

Wer einen Fehler macht, sollte auch dafür geradestehen. Doch die Vorstände von großen Unternehmen und Banken müssen unter Umständen auch für die Fehler anderer haften. Denn sie sind dafür verantwortlich, dass Fehler nicht aus mangelhafter Organisation entstehen.

Betrachtet man Strafverfahren, in denen Manager vor Gericht stehen, erkennt man, dass es in vielen Fällen um Manipulationen, Tricksereien und Täuschungen geht, also um vorsätzliche Handlungen, bei denen gesetzliche Rahmenbedingungen umgangen oder nicht ernst genommen worden sind.

In manchen Fällen geht es jedoch um ein so genanntes Organisationsverschulden, die zu Fehlern geführt haben.

Haftungsfälle vermeiden - Fehleranalyse statt vorschneller Schuldzuweisung

Fehler lassen sich nicht völlig verhindern. Allerdings muss nach einem Fehler eine ausführliche und sachliche Fehleranalyse stattfinden. Eine schnelle Schuldzuweisung verhindert es, die eigentliche Fehlerursache zu ermitteln.

Bei der Ursachensuche genügt es nicht, zu beweisen, dass es eine Richtlinie gab, die nicht eingehalten wurde. Wichtiger ist es herauszufinden, warum die Vorgabe nicht eingehalten wurde. War sie nicht bekannt? Und wenn das so ist, warum? Wurde sie nicht verständlich und ausführlich vermittelt?

Bei strukturellen oder organisatorischen Probleme tragen die Führungskräfte die Verantwortung

Kommt man bei der Fehleranalyse zum Ergebnis, dass es keine Regeln gab oder dass es zwar Regeln gab, die aber nicht bekannt waren oder nicht verstanden worden waren, dann muss man sich als Führungskraft fragen, was für strukturelle oder organisatorische Probleme es im Unternehmen gibt.

Auch ein Vorstandsmitglied zu opfern und alles beim Alten zu lassen ist keine Lösung. Denn jedes Vorstandsmitglied ist Teil eines Systems.

Strukturen aufbauen, die fehlerhaftes und kriminelles Verhalten unwahrscheinlich machen

Damit weniger Fehler passieren, sollte das eigenverantwortliche Handeln des Einzelnen gestärkt werden. Für Führungskräfte bedeutet das, Strukturen aufzubauen, die fehlerhaftes und kriminelles Verhalten unwahrscheinlich machen.

Vorstandshaftung vermeiden durch Compliance-Management

Ein angemessenes und effektives Compliance-Management hilft dabei, Strukturen aufzubauen, die Fehleranalysen, Fehlervermeidung und letztlich Haftungsminimierung gewährleisten. Doch nur wenn alle Mitarbeiter im Unternehmen die Regeln kennen und verstehen, kann Compliance wirksam sichergestellt werden.

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Schlagworte zum Thema:  Fehler, Haftung, Haftungsrisiko, Compliance-Organisation, Compliance-Management, Compliance

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