Vor allem in der heutigen Zeit der Digitalisierung und verschärften Anforderungen liefert ein integriertes Einkaufsmanagementsystem mit Berücksichtigung von Risk & Compliance Aspekten einen Schutz für Manager. Dies wurde bei der Veranstaltung der BME-Region Regensburg/Oberpfalz/Niederbayern am 28.11.2017 in der TechBase in Regensburg deutlich.

Exponentieller Anstieg der Urteile zur Managerhaftung

Bernhard Tarras, Finanzvorstand der Region Regensburg, begrüßte die fast 40 Teilnehmer zu der Veranstaltung in der TechBase in Regensburg. Schon allein die Anzahl der Teilnehmer zeigte, wie brisant und wichtig dieses Thema für die regionalen Unternehmen ist.  
Nach der Vorstellung des BME e.V. und seiner vielfältigen Aktivitäten schloss sich Herr Prof. Dr. Jur. Scherer mit einer Einführung in das Thema an. In diesem Zusammenhang wies er vor allem auf die Managerrisiken durch fehlende Compliance im Einkaufsmanagement hin. An einem praxisnahen Beispiel wurde den Teilnehmern dargelegt, wie schnell im täglichen Geschäft Fehlentscheidungen entstehen. Dies belegen auch die Urteile zur Managerhaftung, die in den letzten Jahren exponentiell angestiegen sind. Der Bogen hin zum Prozessmanagement wurde durch die Sicherstellung der Compliance in Unternehmen gespannt.

Vorteile eines integrierten Einkaufsmanagementsystems mit Risk & Compliance

Hier ging der Vortrag vor allem auf die Vorteile eines integrierten Einkaufsmanagementsystems mit Risk & Compliance und auf die einzelnen Evolutionsstufen des Prozessmanagements ein. In vielen Unternehmen werden enorme Ressourcen (Zeit/Geld/Nerven) verschwendet, um Symptome (Problemfälle) zu kurieren. Diese treten aufgrund fehlender Verankerung von Compliance Managementsystem auf. Der große Vorteil liegt also darin, dass diese Ressourcen eingespart werden können, wenn die Einhaltung von Vorgaben und Regeln bereits proaktiv in den Prozessen des Einkaufs verankert wird. Ein weiterer Vorteil liegt in der enormen Minderung der Haftungsrisiken für Führungskräfte und Manager durch das vorgestellte Einkaufsmanagementsystem. Somit sind Unternehmen für die verschärften Anforderungen aller Normen und Standards gewappnet.

Die Evolutionsstufen des Prozessmanagements

Bei den Evolutionsstufen des Prozessmanagements handelt es sich um ein 7-Stufenmodell.

  • Evolutionsstufe 1: Prozesse existieren noch nicht bzw. nur im Kopf. Prozesse sind hier häufig noch nicht dokumentiert, nicht aktuell oder nicht nachvollziehbar.
  • Evolutionsstufe 2: Vom Kopf zu Papier. Schritt-für-Schritt entsteht ein Prozess auf dem Papier.
  • Evolutionsstufe 3: Vom analogen Papier zum digitalen Dokument/Tool.
  • Evolutionsstufe 4: Prozessschritte visualisieren und und alle relevanten Informationen den einzelnen Prozessschritten anhängen.
  • Evolutionsstufe 5: Prozesse mit Risk und Compliance Anforderungen anreichern. Prozesse sind häufig nicht ausreichend mit Governance-, Risk-, oder Compliance-Komponenten angereichert oder konform mit gängigen ISO- / IDW- / etc. -Standards.
  • Evolutionsstufe 6: Den Prozess zum "Leben" erwecken. In Verbindung mit TIM Solutions.
  • Evolutionsstufe 7: Ein digitalisiertes "Integriertes GRC-Kombi-Managementsystem on Demand"

Anreicherung von Prozessen mit Risk & Compliance Komponenten

Schließlich zeigte Herr Prof. Dr. Jur. Scherer in dem sehr interaktiven Vortrag auf, wie die oben genannten Vorteile mittels der Anreicherung der Prozesse mit Risk- und Compliance-Anforderungen auch in der Praxis erzielt werden können. Es wurde anhand des Prozesses der Wareneingangsprüfung aufgezeigt, wie eine solche Anreicherung aussehen kann. Hierzu wird jeder der visualisierten Prozessschritte anhand sogenannter Prozesssheets auf Risk- und Compliance-Anforderungen geprüft und dokumentiert. Im Anschluss werden die identifizierten Anforderungen in Ziele formuliert. Basierend auf den Zielen werden Maßnahmen zur Zielerreichung, Risikosteuerung und -überwachung abgeleitet.

Prozesse zum Leben erwecken

Diese Darstellung war die perfekte Vorlage für den Übergang zum zweiten Teil des Abends. In diesem präsentierte Herr Ludacka die Business Process Management Suite mit den Phasen Design, Automate und Improve von TIM Solutions. Darauf aufbauend wurde im Live-System ein Beispiel vorgestellt, wie mittels dieser Lösung Prozesse zum Leben erweckt werden und die entsprechende Prozesscompliance sichergestellt werden kann. Mit dieser praktischen Vorführung rundete Hr. Ludacka seinen Vortrag ab und demonstrierte, wie leicht sich Risk- und Compliance-Anforderungen durch Prozesssteuerung in den täglichen Arbeitsalltag integrieren lassen. Die Veranstaltung klang danach mit intensivem Networking bei interessanten Gesprächen und kleinen Schmankerln aus.

Die BME-Region Regensburg/Oberpfalz/Niederbayern bedankt sich sehr herzlich bei den Referenten Herr Prof. Dr. Jur. Scherer und Herr Ludacka  für die hervorragenden, sehr interaktiven Vorträge und die interessanten Erkenntnisse, die die Referenten den Teilnehmern der Veranstaltung gewährten.  


Auf dem Cover Bild zu sehen sind:

Von links: Bernhard Tarras (Vorstand Finanzen der BME-Region Regensburg/Oberpfalz/Niederbayern), Fabian Ludacka (TIM Solutions), Karen Klement (Vorsitzende der BME-Region Regensburg/Oberpfalz/Niederbayern), Prof. Dr. Jur. Josef Scherer (Rechtsanwalt, Gründer und Leiter des Internationalen Instituts für Governance, Management, Risk -und Compliancemanagement der Technischen Hochschule Deggendorf THD) Michael Käsbauer (stellvertretender Vorsitzender der BME-Region Regensburg/Oberpfalz/Niederbayern).

Schlagworte zum Thema:  Compliance, Risikomanagement