| Soziale Verantwortung

Mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz für Textilarbeiter gefordert

Textilfabriken in Asien beliefern westliche Ketten - soziale Verantwortung kommt zu kurz
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Am Beispiel Kambodscha wird deutlich, wie schlecht die Arbeitsbedingungen für Textilarbeiter in Südasien sind. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hat dazu eine aktuellen Bericht veröffentlicht. Im Mittelpunkt stehen menschenunwürdige Bedingungen bei den Zulieferfirmen.

Anfang 2014 hat die Regierung von Kambodscha den Mindestlohn von 80 auf 128 Doller pro Monat erhöht. Die Folge: Die Arbeitgeber sparen an anderer Stelle ein, die Arbeitsbedingungen sind schlechter geworden. Den Arbeitern bleibt oft keine Zeit, eine Pause zu machen, weder zum Essen noch um auf die Toilette zu gehen. Im Gegenteil: die Überstunden und die Anforderungen an die Arbeitsleistung sind gestiegen.

Textilindustrie produziert vor allem für den Westen

Die Textilindustrie erwirtschaftet fast ein Drittel des Bruttoinlandprodukts in Kambodscha. Andere Branchen sind eng mit der Textilindustrie verknüpft bzw. von ihr abhängig. Produziert wird vor allem für den Westen.

Soziale Verantwortung: westliche Konzerne können Zulieferer positiv beeinflussen

Die Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation richten sich vor allem auch gegen die Textilkonzerne im Westen, die ihre Ware in Kambodscha herstellen lassen. Diese Konzerne könnten auf ihre Zulieferer in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz über Verträge positiv einwirken. Doch gehöre es dann auch zu ihrer Verantwortung zu überprüfen, ob die Vorgaben umgesetzt und eingehalten werden.

Mängel im Arbeits- und Gesundheitsschutz sind offensichtlich und bekannt

Human Rights Watch fordert konkret mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz zu folgenden Mängeln:

  • Schwangere Frauen erhalten wegen illegaler Kurzzeitverträge während des Mutterschutzes keine Leistungen.
  • In kleinen Firmen werden Mitarbeiter nur bei Bedarf beschäftigt.
  • Das Arbeitspensum hat sich seit der Tariferhöhung von früher 80 Kleidungsstücke pro Stunde auf 90 erhöht.
  • Überstunden werden erzwungen.
  • Den Beschäftigten stehen keine Pausenzeiten zu.


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Schlagworte zum Thema:  Soziale Verantwortung, CSR, Nachhaltigkeit, Fairtrade-Siegel, Kleidung, Asien

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