Neben der Strafbarkeit nach dem klassischen Strafrecht (StGB) enthält das Arbeitsschutzrecht darüber hinaus noch eine Fülle von Sachverhalten, die als Straftaten gewertet und auch so geahndet werden können. Das Besondere an diesem "Arbeitsschutz-Strafrecht" ist, dass vielfach bereits (lediglich) eine Gefährdung eines oder mehrerer Schutzgüter – vorrangig Leben und Gesundheit – ausreicht, um eine Strafbarkeit zu bejahen.

Da es bei der Gefährdung naturgemäß noch nicht zur Beschädigung des geschützten Rechtsgutes gekommen ist, sondern die Beschädigung erst die logische Folge eines ungehinderten weiteren Tatverlaufs über den Zeitkorridor der Gefährdung hinaus wäre, kommt dem "Gefährdungsstrafrecht" des Arbeitsschutzrechts eine besondere Bedeutung zu. Die Problematik dürfte v. a. in der Ermittlung des Tatbestandes zu sehen sein: Ein Todesfall oder eine Verletzung als Ergebnis eines bestimmten Ablaufs ist für jedermann erkennbar. Demgegenüber dürfte die Frage, ob überhaupt eine Gefährdung eingetreten wäre, also die Möglichkeit eines Schadenseintrittes bei ungehindertem Fortgang der Ereignisse, schon sehr viel Ermittlungsarbeit im Rechtlichen und Tatsächlichen nach sich ziehen. Das Risiko, jemanden einer strafrechtlichen Verfolgung auszusetzen, wo es um nicht 100 % sichere Sachverhalte geht, sollte nicht unterschätzt werden.

Ausgehend von § 26 ArbSchG finden sich auch in den vom ArbSchG abgeleiteten Verordnungen zahlreiche Vorschriften, aus denen Bestrafungen mit Geld- oder Freiheitsstrafe erwachsen können. In diesem Kontext sind zu nennen:

Nur die beiden Verordnungen zu den Themen "Lastenhandhabung" und "PSA" kommen völlig ohne Strafvorschriften aus.

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