Zu viel Stress bei der Arbeit lässt Deutsche leiden
Die Studie Betriebliches Gesundheitsmanagement 2016 der pronova BKK, der Betriebskrankenkassen mehrerer Weltkonzerne, zeigt, wie stark die Belastungen sind und welche Folgen sie verursachen. Erschreckend sind vor allem auch die Ergebnisse zum Umgang mit den gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitspausen, die eigentlich zur Erholung beitragen sollen.
Belastend sind Termindruck, emotionaler Stress und die Digitalisierung
Gestresst durch die steigenden Belastungen am Arbeitsplatz fühlen sich 86 % der Arbeitnehmer. Bei den jungen Arbeitnehmern im Alter von 18 bis 39 Jahren sind es sogar 91 %. Ursache für die überdurchschnittliche Zahl dürfte die Flexibilisierung und Digitalisierung der Arbeitswelt sein. Besonders gestresst sind die Arbeitnehmer durch ...
- ständigen Termindruck (38 %),
- schlechtes Arbeitsklima (37 %),
- emotionalen Stress etwa durch den Umgang mit schwierigen Kunden (36 %),
- Überstunden (33 %) und
- ständige Erreichbarkeit bzw. Rufbereitschaft auch nach Feierabend (30 %).
Stress bewirkt Verspannungen, Schmerzen und Erschöpfung
Dauerstress wirkt sich negativ auf die Gesundheit aus. Wer familiäre Verpflichtungen hat, hat durch die Doppelbelastung ein erhöhtes Risiko krank zu werden. Erste deutliche Signale können Verspannungen oder Erschöpfungsgefühle sein.
67 % der Befragten klagen über Verspannungen.
63 % leiden an Rückenschmerzen,
53 % gaben an, Schmerzen im Schulterbereich, in den Armen und Händen zu verspüren,
47 % klagen über Kopfschmerzen und
45 % fühlen sich erschöpft.
Über Kopfschmerzen und Erschöpfung klagen übrigens eher Frauen als Männer.
Pausen tragen zur Erholung bei – doch nur, wenn man sie macht
Viele fühlen sich vom Chef unter Druck gesetzt. Und 78 % sagen, dass ihr Vorgesetzter kein gutes Vorbild sei, wenn es um gesundheitsbewusstes Arbeiten gehe. Da verwundert es wenig, dass
- 31 % gar keine Arbeitspause machen,
- nur rund 40 % sich jeden Tag Zeit für eine Mittags- oder Erholungspause nehmen,
- 43 % weniger als 30 Minuten pro Tag Pause machen,
- 39 % die Pause für private Erledigungen wie Einkäufe nutzen und
- 32 % in der Pause nicht abschalten, sondern geschäftliche Angelegenheiten besprechen.
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