Umfrage TÜV Rheinland

Sicherheitskultur: Stärken und Hürden aus Sicht der Sifa


Sicherheitskultur: Stärken und Hürden aus Sicht der Sifa

Der TÜV Rheinland befragte 1.000 Sifa zur Sicherheitskultur in ihren Betrieben. 68 Prozent bewerteten ihr Unternehmen als gut aufgestellt, ein Drittel sah jedoch Verbesserungsbedarf. Die größten Herausforderungen sind Akzeptanzprobleme bei Sicherheitsregeln, psychische Belastungen und kulturelle Unterschiede.

Wie ist der Stand der Sicherheitskultur in deutschen Unternehmen? Dazu hat das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag von TÜV Rheinland vom 05.02. bis 15.02.2026 1.000 Sifa in Deutschland online befragt – eine Personengruppe, die diese Frage ganz besonders gut beantworten kann.

Ergebnisse

Eine deutliche Mehrheit von 68 Prozent der befragten Sifa meinte, dass ihr eigenes Unternehmen bereits über eine gut entwickelte Sicherheitskultur verfüge. Die Zahl bedeutete allerdings auch, dass fast ein Drittel der Sifa diesbezüglich noch immer mehr oder weniger großen Verbesserungsbedarf sah. Ganz besonders kritisch bewerteten die Lage 11,2 Prozent der Befragten, die die Sicherheitskultur im eigenen Unternehmen als „unausgeprägt“ charakterisierten.

Weitere besonders wichtige Ergebnisse im Überblick:

  • Knapp jede vierte Befragte (24 %) gab an, dass die Führungskräfte in seinem Unternehmen kein Vorbildverhalten in Bezug auf Arbeitssicherheit zeigen.
  • Als größte Hürden für eine starke Sicherheitskultur identifizierten die Sifa Akzeptanzprobleme von Sicherheitsregeln bei den Beschäftigten (45 %), wachsender psychischer Druck im Arbeitsalltag (44,6 %), kulturelle Unterschiede (29 %, wobei nicht genau definiert wird, was darunter zu verstehen ist) sowie der demografische Wandel (18,4 %).

Aktuelle Schwerpunktthemen

Außerdem wurden die Sifa gefragt, welche Themen aktuell für die Arbeitssicherheit besonders relevant sind. Hierbei wurden vor allem die Sensibilisierung der Beschäftigten (45,1 %), der Umgang mit psychischen Belastungen (43,4 %) und die Förderung einer Sicherheitskultur (30,6 %) genannt. Deutlich dahinter folgten regulatorische und technologische Aspekte wie neue Vorschriften und gesetzliche Vorgaben (25,7 %), Digitalisierung/KI (16,9 %) sowie fehlende Fachkräfte für Prävention (13,7 %).

Vermehrter Fokus auf Verhaltensprävention

Die Experten beim TÜV Rheinland erkennen in den Ergebnissen die Notwendigkeit, vom bisherigen Fokus auf die technische Sicherheit, vermehrt die Verhaltensprävention in den Blick zu nehmen und zu fördern. Dr. Ludwig Brands, Sicherheitsexperte bei TÜV Rheinland, meint: „Die Ergebnisse zeigen, dass Unternehmen bei der Arbeitssicherheit nicht nur über Technik und Prozesse sprechen sollten. Entscheidend ist, ob Sicherheitsregeln im Alltag gelebt werden, ob Führungskräfte Orientierung geben und ob psychische Belastungen systematisch angegangen und als Teil der Arbeitssicherheit ernst genommen werden.“ Es sei eine Unternehmenskultur erstrebenswert, in der Arbeitssicherheit nicht nur als bloßes Befolgen von Vorschriften verstanden wird, sondern als gelebte Haltung und Selbstverständnis.


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