DGUV Barometer Arbeitswelt 2026: Arbeitsschutz steigert "Krisenresilienz"
Laut dem im März erschienenen DGUV Barometer Arbeitswelt 2026 sehen neun von zehn Beschäftigte und Führungskräfte Prävention im Arbeitsschutz als wichtigen Stabilitätsfaktor für Wirtschaft und Gesellschaft. Das ergab eine repräsentative Umfrage unter Erwerbstätigen, inklusive Führungskräften, durch forsa.omninet im Auftrag der DGUV. Zentrale Bausteine für diese Bollwerk gegen Krisen, seien die ehrenamtlichen Sicherheitsbeauftragten und Ersthelfer im Unternehmen sowie die unterschiedlichen Formen der betrieblichen Notfallvorsorge – vom Brandschutz bis zur Ersten Hilfe und Unfallprävention.
Meinungen der Führungskräfte
Das DGUV Barometer empfiehlt den Unternehmen und Arbeitgebern daher, den Arbeitsschutz nicht nur als „Compliance-Thema“, sondern als „strategischen Resilienzfaktor“ für eine gesunde und stabile Belegschaft zu betrachten und wertzuschätzen. Laut den Ergebnissen der Umfrage beherzigt dies aber bereits die Mehrheit der Führungskräfte und Arbeitgeber: 94 Prozent wollten mittels eines effektiven und umfassenden Arbeitsschutzes ihren Beschäftigten ermöglichen, gesund bis zur Rente zu arbeiten. Die Unterstützung für Prävention spiegelt sich auch in der Entwicklung der Ausgaben den Arbeitsschutz wider: Immerhin ein Drittel der befragten Führungskräfte gab an, ihr Unternehmen habe in den vergangenen zwölf Monaten mehr für Arbeitsschutzmaßnahmen ausgegeben. Die Kehrseite: Ebenfalls rund ein Drittel aller Befragten sah seinen Betrieb nur schlecht auf beeinträchtigte Lieferketten, Gewaltereignisse, Naturkatastrophen oder langanhaltende Stromausfälle vorbereitet. Besser bewertet wurde die Krisenfestigkeit im Hinblick auf Pandemien (64 Prozent), auf Brände oder Explosionen (60 Prozent) sowie auf Cyberangriffe (52 Prozent).
Weitere Ergebnisse der Befragung
- 53 Prozent der Beschäftigten betrachteten Stolpern, Rutschen und Stürzen als Hauptunfallrisiko.
- 50 Prozent gaben an, dass Stress durch hohe Arbeitsintensität oder häufige Unterbrechungen eine weit verbreitete Belastung sei.
- 22 Prozent der Beschäftigten nahmen Gewalt am Arbeitsplatz wahr. Das meinten vor allem Befragte in Bildungseinrichtungen, im Gesundheitswesen und in der öffentlichen Verwaltung.
- 21 Prozent bewerteten den Umgang mit Werkzeugen/Maschinen als besonders großes Gefahrenpotential.
- In Zukunft würden nach Ansicht der Befragten vor allem Risiken durch eine erhöhte psychische Belastung (60 Prozent) und veränderte Altersstrukturen (48 Prozent) zunehmen. 45 Prozent rechneten damit, dass Risiken durch Cyberangriffe ansteigen.
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