Burnout bei Mitarbitern zu erkennen, ist nicht einfach - eine neue Broschüre hilft dabei Bild: Haufe Online Redaktion

Kein Mitarbeiter wird ernsthaft gegenüber Kollegen die Vermutung äußern, dass er Burnout hat. Und auch der Vorgesetzte kann solch eine Diagnose weder stellen noch andeuten. Doch bei bestimmten Warnsignalen sollte er handeln.

Überlastet, erschöpft, ausgebrannt – eine allgemeingültige Definition für Burnout gibt es nicht, so die Psychologin Dr. Sabine Gregersen von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW). Und es gibt auch keinen bestimmten Zeitpunkt der Erkrankung. Denn beim Burnout-Syndrom handelt es sich um einen schleichenden Prozess.

Burnout: Wenn selbst Alltagssituationen nicht mehr bewältigt werden

Was es allerdings gibt, sind Warnsignale, die auf ein Burnout-Syndrom hinweisen können. Je schneller man handelt, wenn man diese wahrnimmt, umso größer ist die Chance, dass der Betroffene noch gegensteuern kann. Ansonsten droht das so genannte Ausgebranntsein. Ein Zustand, der sich anfühlt, als sei der Akku leer und könne nicht mehr aufgeladen werden. Nicht nur Herausforderungen, sondern auch Alltagssituationen können dann nicht mehr bewältigt werden.

Führungskraft sollte bei Burnout die Initiative ergreifen

Aus dem schleichenden Prozess der psychischen Erkrankung selbst und alleine auszusteigen, gelingt nur sehr wenigen. Deshalb ist es eine Aufgabe von Führungskräften, auf psychisch belastete Beschäftigte zuzugehen. Dabei geht es nicht darum, eine Diagnose zu stellen. Dies kann nur ein Arzt. Und es geht auch nicht darum, psychologisch zu beraten. Das ist Aufgabe eines Therapeuten.

Mit Fragen den Bedarf abklären

Es geht darum, in einem Vier-Augen-Gespräch die eigene Wahrnehmung zu beschreiben, ohne zu bewerten. Und dann Fragen zu stellen: Wie lässt sich die Situation z. B. am Arbeitsplatz verbessern? Was braucht die betroffene Person an Unterstützung? Gegebenenfalls kann die Führungskraft auch auf Angebote von professioneller Hilfe hinweisen.

Bei Warnsignalen für Burnout nicht lange warten

Handeln sollte die Führungskraft z. B. dann, wenn sich ein Mitarbeiter dauerhaft untypisch oder nicht nachvollziehbar verhält. Wenn das Verhalten gegenüber Kollegen oder Kunden auffällig ist, der Mitarbeiter nicht mehr zuhört, extrem vergesslich ist, ständig gereizt wirkt. Weitere Warnsignale und Handlungsmöglichkeiten sowie eine Checkliste sind in der BGW-Broschüre Erschöpfung erkennen – sicher handeln: Wie Führungskräfte mit psychisch beanspruchten Beschäftigten professionell umgehen enthalten. Darin werden auch Handlungstipps gegeben, wie sich psychische Überlastungen im Team thematisieren lassen oder welche Rolle das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) beim Thema Burn-out hat.

Mehr zum Thema Burnout

Der Fachartikel Burnout-Syndrom: Ursachen und Handlungsmöglichkeiten enthält vertiefende Informationen zu den auslösenden Faktoren und Möglichkeiten der Prävention im Betrieb.

Schlagworte zum Thema:  Burnout, Stress, Psychische Gesundheit

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