Nachtarbeit erhöht Brustkrebsrisiko
Mehr als 70.000 Frauen erkranken jährlich in Deutschland an Brustkrebs. Er ist bei Frauen die häufigste Krebsform. Seit ein paar Jahren wird immer wieder auch ein Zusammenhang mit Nachtarbeit vermutet. Die wissenschaftlichen Untersuchungen dazu lassen bisher allerdings noch wenig eindeutige Aussagen zu. Zwei Studien aus Dänemark und Frankreich verdichten jedoch die Annahme, dass Nachtarbeit ungesund ist und das Risiko für Brustkrebs erhöht.
Die Untersuchungen des Krebsforschungsinstituts in Kopenhagen sowie der französischen Forscher geben Auskunft, welche Form der Nachtarbeit gefährlich ist. Die Ergebnisse zeigen auch, dass nicht jede Frau gleich belastet ist. Auch Faktoren der persönlichen Biografie spielen eine Rolle. Aus beiden Erkenntnissen lassen sich präventive Maßnahmen für den Arbeitsschutz ableiten.
Das Brustkrebsrisiko nimmt mit den Jahren zu
Weitere Ergebnisse im Überblick:
- Frauen, die mehr als ein- bis zweimal pro Woche nachts – in der Zeit zwischen 17 Uhr und 9 Uhr morgens – arbeiten, haben ein um 40 Prozent erhöhtes Brustkrebsrisiko.
- Endet die Arbeitszeit zwischen 23 Uhr und 3 Uhr, steigt das Risiko um 25 Prozent.
- Liegt die nächtliche Arbeitszeit zwischen 23 Uhr und 5 Uhr früh, bedeuten weniger als drei Nächte pro Woche einen Risikoanstieg um 61 Prozent, da die „innere Uhr“ durch den häufigen Rhythmuswechsel gestört wird.
- Das Risiko nimmt mit den Jahren zu. Nach 15 Jahren oder mehr Nachtschichtarbeit ist das Risiko doppelt so hoch wie bei Frauen, die nachts nicht arbeiten.
- Bei Frühaufsteherinnen, die viel und über lange Jahre nachts gearbeitet haben, steigt die Wahrscheinlichkeit zu erkranken um das Vierfache, bei Nachtmenschen nur um das Doppelte.
- Bei Frauen, die vor der Geburt des ersten Kindes mehr als vier Jahre nachts gearbeitet haben, ist das Brustkrebsrisiko doppelt so hoch.
Maßnahmen für den Gesundheitsschutz bei der Schichtplanung
Die Zahl der Frauen, die nachts arbeiten, nimmt immer mehr zu. Auch wenn die wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche Folgen noch selten sind, sollten die Schichtpläne vorsorglich so gestaltet sein, dass sie die Risiken gering halten. Dazu gehört es etwa,
- dass die Mitarbeiterinnen Einfluss auf ihre Arbeitszeiten haben und die Dienstpläne individuell erstellt werden.
- dass die Mitarbeiterinnen befragt werden, ob sie Frühaufsteher oder Nachtmenschen sind, da Letztere Nachtschichten meist weniger belastend empfinden.
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