| Ständige Erreichbarkeit

Klare Regeln helfen weiter

Was sind Sie: Sonnen- oder Notebook-Anbeter?
Bild: Haufe Online Redaktion

Führungskräfte, Außendienstmitarbeiter oder IT-Spezialisten müssen ständig erreichbar sein. Müssen sie das wirklich? Kommt der Zwang vom Unternehmen oder ist er in den Mitarbeitern verwurzelt? Egal – aus dem Dilemma helfen klare Regeln.

Ständige Erreichbarkeit wirkt sich negativ auf Erholung und Wohlbefinden aus, wie die Auswertung der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) im Rahmen des iga.Reports 23, Auswirkungen von ständiger Erreichbarkeit und Präventionsmöglichkeiten, belegt. Trotzdem scheint es für viele die Lösung zu sein, um etwa die Ansprüche des Unternehmens und der Familie zu vereinbaren.

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit...und wann ist Feierabend? Es fehlen klare Regeln

Auch wenn weltweite Firmenkontakte bestehen oder ein großer Auftrag in knapper Frist fertiggestellt werden muss, darf die Gesundheit darunter nicht leiden. Doch häufig ist es der normale Arbeitsalltag, dass jeder meint, immer erreichbar sein zu müssen, auch in der Freizeit. Dabei wird oft vergessen, dass so kein „Geschafft, Schluss, Feierabend“ möglich ist.

Unternehmer tragen die Verantwortung und sollten klare Regeln vereinbaren

Unternehmer tragen die Verantwortung, dass ihre Mitarbeiter gesund bleiben. Bei der Erreichbarkeit heißt das, klare Regeln zu vereinbaren, die den Mitarbeitern einen Handlungsrahmen bieten. Innerhalb dieses Rahmens sollten die Mitarbeiter überwiegend selbstbestimmt handeln dürfen.

Ständig erreichbar? Folgende Fragen sollten gemeinsam geklärt sein

  • Innerhalb welcher Zeit muss auf eine eingegangene E-Mail reagiert werden?
  • Zu welchen Zeiten muss ein Anruf angenommen bzw. sofort beantwortet werden?
  • Welche Möglichkeiten gibt es, auf Abwesenheit oder Nicht-Erreichbarkeit hinzuweisen?
  • Dürfen private Telefonate während der Arbeitszeit geführt und private E-Mails bearbeitet werden?

Flexibilität und Mobilität haben ihren Preis

An den technischen Möglichkeiten heute schätzen die Beschäftigten vor allem den Gewinn an Flexibilität und Mobilität. Gleichzeitig verursacht genau diese Freiheit den vermeintlichen Zwang der ständigen Erreichbarkeit. Smartphone und Tablet-Computer sind fast immer dabei und somit ist man auch immer erreichbar. Die Folge: Kunden, aber auch Familienangehörige und Freunde können jederzeit Kontakt aufnehmen und die meisten erwarten dann eine schnelle Reaktion.

Gesunden Umgang mit Kommunikationsmitteln lernen

Dem modernen Menschen steht mit den modernen Kommunikationsmitteln die Welt rund um die Uhr offen. Doch kaum einer hat gelernt, mit den technischen Möglichkeiten so umzugehen, dass sie auf Dauer keinen Stress verursachen. So kommt es auch, dass bei der iga-Telefonumfrage u. a. die Aussage gemacht wurde: „Wenn man in meinem Unternehmen 2, 3 Wochen nicht in sein Postfach schaut, dann hat man gut 1.000 E­Mails drin.“

Schlagworte zum Thema:  Erreichbarkeit, Stress, Belastung, Burn-out-Syndrom

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