Innere Kündigung kommt gar nicht so selten vor. Etwa 25 % der Beschäftigten in Deutschland arbeiten unmotiviert, unzufrieden und ohne Elan. Der Dienst nach Vorschrift hat nicht nur Folgen für die Betroffenen, sondern auch für die Kollegen und das Unternehmen. Doch dagegen lässt sich etwas unternehmen.

Die Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) hat in einer Studie ermittelt, dass rund 20 % der Arbeitsleistung aufgrund innerer Kündigung von Beschäftigten verloren gehen.

Click to tweet

Innere Kündigung - was heißt das eigentlich?

Innere Kündigung bedeutet eine negative Arbeitshaltung und drückt sich in Resignation aus. Dieses Verhalten lässt sich – u. a. an häufigen Fehlzeiten und einem hohen Krankenstand in einer Abteilung – ebenso erkennen wie die daraus entstehende Minderleistung. Allein der volkswirtschaftliche Schaden der dadurch entsteht, beträgt in Deutschland rund 100 Mrd. EUR pro Jahr.

Innere Kündigung heisst auch, dass

  • die Arbeit an Bedeutung verliert,
  • sich das Engagement verringert,
  • die Arbeitszufriedenheit sinkt und
  • der Mitarbeiter sich vom Unternehmen distanziert.

Zunächst sind da eine Reihe unerfüllter Erwartungen. Mit der Zeit entwickelt sie daraus als schleichender Prozess die innere Kündigung. Ursachen sind z. B. „keinen Sinn in der Arbeit mehr zu sehen“, mangelnde Zuwendung, keine Wertschätzung oder fehlende Rückmeldungen zur Arbeitsleistung. Und die schlechte Stimmung eines einzelnen überträgt sich schnell aufs ganze Team.

Ursachen innerer Kündigung

Mitarbeiter verlieren ihr Interesse an der Arbeit und verringern ihr Engagement vor allem aus folgenden Gründen:

  • mangelnde Wertschätzung,
  • ungelöste Konflikte,
  • fehlende Mitbestimmung
  • Schwächen im Führungsverhalten,
  • Arbeitsplatzunsicherheit,
  • Veränderungen in der Organisation,
  • Personalabbau sowie
  • Arbeitsverdichtung.

Folgen innerer Kündigung

Die Folgen einer inneren Kündigung schaden dem Einzelnen und dem Unternehmen. Wer sich nicht mehr für seine Arbeit interessiert,

  • hat oft Schuldgefühle,
  • ist weniger stressresistent,
  • hat eine geschwächte psychische und körperliche Gesundheit und
  • ein höheres Risiko für Depressionen, Sucht- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Für die Kollegen und die Organisation hat die innere Kündigung ebenfalls negative Auswirkungen.

  • Das Betriebsklima verschlechtert sich.
  • Die Produktivität nimmt ab.
  • Der Krankenstand steigt.
  • Oft kommt es zu Mehrarbeit für die Kollegen.

Innere Kündigung muss nicht sein - Führungskräfte sind gefragt

Es geht vor allem darum, dass nicht der Arbeitsvertrag über Engagement und Motivation bei der Arbeit entscheidet, sondern das Verhalten des Unternehmens. Die Basis für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit von Führungskräften und Mitarbeitern sind Offenheit und Zuhören sowie die Möglichkeit der Teilhabe.

Wichtig für Führungskräfte ist es, dass sie Anzeichen einer inneren Kündigung erkennen können. Und sie müssen bereits bei den ersten Anzeichen handeln, statt wegzuschauen und das wachsende Problem zu verdrängen. Denn das Kernstück von Führungsarbeit ist die mitarbeiterorientierte und gesundheitsgerechte Unternehmensführung.

Die Initiative Gesundheit und Arbeit bietet weitere Informationen zum Thema Innere Kündigung an: Podcast Innere Kündigung. Der iga.Report 33 Engagement erhalten – innere Kündigung vermeiden nennt Maßnahmen, um Mitarbeiter langfristig zu motivieren und für ihren Job zu begeistern. Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit der Frage, was Führungskräfte im Falle innerer Kündigung tun können.

Schlagworte zum Thema:  Führung, Psychische Belastung, Betriebsklima