04.10.2012 | Hilfe bei Depressionen

Bewegung kann Stress abbauen

Bewegung: bereits wenige Minuten am Tag tun gut.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Depressionen sind oft kein einmaliges Ereignis. Sie gehören behandelt und therapiert. Bei einer Untersuchung an der Universität Basel konnte nun nachgewiesen werden, dass bereits leichte körperliche Aktivitäten gegen neue depressive Episoden vorbeugen - auf alle Fälle bei Frauen.

Wer an Depressionen leidet, empfindet mehr Stress und reagiert gleichzeitig stärker auf Stress. Man geht davon aus, dass Menschen, die schon einmal an Depressionen erkrankt waren, auf weiteren Stress stärker reagieren. Deshalb bezeichnet man die Erkrankung oft auch als Stresskrankheit.

Hilft Bewegung, auf Stress nicht mehr so sensibel zu reagieren?

Wer durch Depressionen auf Stress sensibilisiert ist, läuft Gefahr erneut zu erkranken. 80 Prozent, die schon einmal eine depressive Episode hatten, machen später mindestens noch einmal eine durch. Doch vielleicht kann Bewegung dagegen helfen.

Strampeln auf dem Hometrainer hilft beim Stressabbau

Bei der Studie an der Fakultät für Psychologie der Universität Basel untersuchten die Wissenschaftler den Zusammenhang zwischen Bewegung und Stressreduktion. Die Messungen ergaben, dass Strampeln auf dem Hometrainer gegen Stress hilft und emotional stark macht.

Gesunde Frauen und Frauen mit einer depressiven Vorgeschichte wurden in jeweils zwei Gruppen untergeteilt. Die einen traten 15 Minuten in die Pedale, die anderen blätterten in dieser Zeit lediglich in Zeitschriften. Danach wurden den Frauen zwei sehr traurige Filmausschnitte gezeigt. Alle reagierten auf den ersten Filmausschnitt mit einem starken negativen Affekt.

Bewegung macht emotional stark

Nach dem zweiten Filmausschnitt wurde es dann interessant: Die gesunden Frauen reagierten nun weniger, da bei ihnen ein so genannter Gewöhnungseffekt stattgefunden hatte. Die ehemals depressiv erkrankten Frauen, die nur mit Zeitschriftenblättern beschäftigt waren, reagierten dagegen deutlich heftiger, bei ihnen hatte es eine Sensibilisierung gegeben. Und die ehemals depressiv erkrankten Frauen, die Fahrrad gefahren waren? Sie zeigten eine geringe Reaktion, vergleichbar mit der Reaktion der Gesunden.

Die Laborstudie mit 81 Teilnehmerinnen zeigt den positiven Effekt von Bewegung gegen Stress bzw. emotional negative Reaktionen. Ob dies auch bei Männern zutrifft und wie der Effekt sich im Alltag auswirkt, muss noch erforscht werden. Bis dahin kann Bewegung jedem sicher nur gut tun.

Schlagworte zum Thema:  Stress, Depression, Bewegung, Stressabbau

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