Arbeitsverdichtung kann krank machen. Die DGUV fördert jetzt ein Forschungsprojekt dazu. Bild: Haufe Online Redaktion

Die Arbeitsverdichtung nimmt ständig zu. Doch wie lassen sich die Belastungen ermitteln, die dadurch entstehen? Und welche Maßnahmen sind geeignet, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen?

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) will ein Forschungsprojekt fördern, das sich genau mit diesen Fragen beschäftigt. Ziel ist es, Unternehmen eine branchenübergreifende Toolbox an die Hand geben zu können. Mit den unterschiedlichen Instrumenten sollen sich psychische und physische Belastungen ermitteln lassen, die durch Arbeitsverdichtung auftreten.

Gefragt sind Maßnahmen zur zielgruppenspezifischen Prävention

Ein weiteres Ziel ist es, Betrieben und Einrichtungen eine Maßnahmenbox bieten zu können. Mit Hilfe der Box kann die jeweilige Zielgruppe oder Branche dann Maßnahmen herausarbeiten, mit denen negative Folgen der Arbeitsverdichtung u. a. verringert werden können.

Digitalisierung gilt als wichtige Ursache für neue Formen der Arbeitsverdichtung

In der Bekanntmachung zur Projektausschreibung sind die neue Formen der Arbeitsverdichtung ebenso beschrieben wie mögliche negative Folgen. Im Fokus stehen Themen wie Zeitdruck und Entgrenzung der Arbeitszeit, aber auch die Zunahme von Alleinarbeit bzw. Verantwortung, da diese die Beschäftigten besonders belasten. Eine Ursache für diese Veränderungen ist die Digitalisierung der Arbeitswelt.

Arbeitsverdichtung: negative Auswirkungen haben große Bandbreite

Die Nennung der verschiedenen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten zeigt, wie dringend es ist, zeitnah effektive Maßnahmen zu ergreifen. Zu den möglichen Folgen und Erkrankungen zählen u. a.

  • Muskel- und Skelett-Beschwerden,
  • Ermüdungs- und Erschöpfungserscheinungen,
  • Produktivitätsverlust,
  • abnehmende Konzentrationsfähigkeit,
  • steigende Fehleranfälligkeit,
  • Unzufriedenheit,
  • psychosomatische Beschwerden sowie
  • psychische Erkrankungen.

Bewerbung bis September möglich

Für die Umsetzung des Forschungsprojekts Zusammenstellung von Verfahren zur Ermittlung von neuen Formen der Arbeitsverdichtung und ihren Folgen sowie von Maßnahmen zur Prävention können sich Forschungseinrichtungen oder –verbünde bis zum 03.09.2018 bei der DGUV bewerben.

Schlagworte zum Thema:  Psychische Belastung

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