Diese Vorsorgemaßnahmen schützen im Gesundheitswesen
Wissenschaftler der Universität Bern (Schweiz) und der Universität Triest (Italien) haben in einer Studie mit 300 Freiwilligen nachweisen können, dass medizinisches Personal in Klinken und Krankenhäuser häufiger von einer Coronainfektion betroffen sind als Vergleichsgruppen. Daraufhin untersuchten sie und berechneten mathematisch, welche Maßnahmen das Risiko senken können. Am wirksamsten haben sich Tests und die Aufteilung der Beschäftigten in feste Teams dargestellt.
Die beste Maßnahme ist der Echtzeit-PCR-Test
Um eine Übertragung des Coronavirus und eine unkontrollierte Ausbreitung weitgehend zu minimieren, eignen sich Echtzeit- PCR-Tests am besten. Alle Beschäftigte, auch die ohne Symptome, sind dafür mindestens alle 7 Tagen zu testen. Durch den Echtzeit-Test lassen sich auch Personen erkennen, die noch keine Symptome haben, aber Virenträger sind.
Präsymptomatische Personen erkennen
Um Infizierte frühzeitig zu erkennen, ist bei den PCR-Tests auf eine hohe Messsensitivität von z. B. 40 CT zu achten. CT meint den Vermehrungszyklus. Je höher der CT-Wert, desto niedriger die Viruslast. Doch auch bei einer geringen Viruslast ist eine Ansteckung anderer nicht auszuschließen. In der Studie hat sich gezeigt, dass Infizierte ohne erkennbare Symptome (asymptomatisch) bzw. bisher ohne Symptome (präsymptomatisch) erst bei mehr als 32 Zyklen ermittelt werden. Dies ist besonders in Kliniken und Krankenhäuser wichtig, da dort vulnerable Personen behandelt und gepflegt werden. Zusammen mit dem Einhalten strikter Hygieneregeln sind Tests die wirksamste und wirtschaftlichste Methode zur Vorsorge und zur Aufrechterhaltung der medizinischen Versorgung in Kliniken und Krankenhäusern, so das Ergebnis der Studie.
Aufteilung in feste Teams ist nur bedingt effektiv
Die Aufteilung in feste Teams, die zu keinem Zeitpunkt zusammenarbeiten, wurde ebenfalls untersucht. Doch anders als an Büroarbeitsplätzen und unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit stieß diese Maßnahme in der Klinik an Grenzen, etwa bei der Arbeitsplatzproduktivität. Dies ließe sich im medizinischen Bereich u. a. durch Remote Arbeitsplätze ausgleichen, wenn also bestimmte Mitarbeiter über Computer ins agierende Team geholt werden könnten. Zudem betonen die Wissenschaftler, dass geteilte Teams z. B. in Ländern mit geringeren Einkommen als in der Schweiz, wo die Studie durchgeführt wurde, zu anderen Ergebnissen führen kann.
Modelle lassen sich auf andere Branchen und Situationen übertragen
Die mathematischen Modelle der Studie lassen sich auf Kohorten anderer Branchen als dem Gesundheitswesen übertragen. Außerdem lässt sich damit z. B. auf eine zunehmende Durchimpfung oder die Bedrohung durch andere Viren reagieren.
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