14.03.2016 | Depressionen

Tipps für Kollegen

Depressionen: Kollegen können Betroffenen helfen
Bild: Veer

Experten gehen davon aus, dass rund 5 Mio. Menschen in Deutschland an einer Depression erkrankt sind. Häufig ist es den Betroffenen selbst gar nicht bewusst. Und auch Angehörige und Kollegen hoffen, dass es sich nur um ein Stimmungstief handelt. Übersehen und verdrängt kann die Depression zur schweren Krankheit werden. Richtig behandelt jedoch sind die Heilungschancen gut.

Psychische Erkrankungen nehmen zu. So steht es jedes Jahr in den Gesundheitsberichten der Krankenkassen. Verantwortliche Ministerien und Behörden machen auf die Zahlen aufmerksam, starten Kampagnen, bringen Informationsbroschüren heraus.

Doch depressive Erkrankungen sind weiterhin stark Tabu-behaftet. Experten schätzen, dass nur rund 10 % der Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, eine adäquate Therapie bekommen.

Depression? Kollegen können hinsehen

Es ist schwer zu erkennen, ob jemand „nur“ durchhängt oder am Anfang einer Depression steht. Folgende Symptome können z. B. Anzeichen für eine Depression sein:

  • Wesensveränderung,
  • Schlaflosigkeit,
  • Antriebsschwäche,
  • Appetitlosigkeit,
  • schneller Gewichtsverlust,
  • allgemeine Interesselosigkeit.

Depression? Kollegen sollten frühzeitig handeln

Wem auffällt, dass ein ein Kollege auch nach drei Wochen noch Symptome zeigt, die auf eine Depression hinweisen, der sollte handeln. Er sollte er dem Betroffenen raten, professionelle Hilfe zu holen. Ein Gespräch mit dem Hausarzt ist dann der erste Schritt für den Betroffenen.

"Gute Ratschläge" von Kollegen können auch nach hinten losgehen

Wer nicht mehr „funktioniert“, wie man es von ihm gewohnt ist, erhält oft „gut gemeinte“ Ratschläge. Ein paar Tage Urlaub, ein faules Wochenende, der Besuch im Thermalbad, so der Rat, sollen helfen.

Wer allerdings depressiv erkrankt ist, schafft es nicht, solche Aktionen in Angriff zu nehmen. Das kann dazu führen, dass der Betroffene auch noch von Gefühlen des Versagens oder der Schuld belastet wird und sich seine Gemütslage verschlechtert.

Auch Angehörige von an Depression Erkrankten brauchen Hilfe

Depressionen haben oft keinen erkennbaren Grund. Trotzdem kann es sein, dass die Angehörigen sich schuldig fühlen. Für sie kann es dann wichtig sein, sich mit anderen Leidensgenossen auszutauschen. Zu erkennen, dass es auch anderen so geht, kann entlastend wirken.

Informationen zu Depressionen zum Hören

Diese und weitere Informationen zum Thema Depressionen gibt es beim Bayerischen Rundfunk als Notizbuch auch zum Hören unter dem Titel „Schwermut im Alltag - Wie gehen wir mit Depressionen und "Downs" im Leben um?“.

Informationen zu Depressionen zum Nachlesen

Psychische Belastungen - Depressionsgefahr immer noch unterschätzt
Psychische Belastungen - wenn der Kollege sich verändert
TK-Depressionsatlas 2015 - manche Berufe schlagen mehr auf die Seele

Schlagworte zum Thema:  Psychische Gesundheit, Psychische Erkrankung, Psychische Belastung, Depression

Aktuell

Meistgelesen