Depressionsgefahr immer noch unterschätzt
Zwischen 2000 und 2014 stiegen die Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) um zwei Drittel. Dies belegt u. a. der Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse (TK). Heute nehmen die AU-Tage wegen psychischen Erkrankungen - darunter auch Depressionen - Platz zwei bei den Krankschreibungen in Deutschland ein.
Hochgerechnet auf alle Arbeitnehmer bedeutet das allein Produktionsausfallskosten in Höhe von rund 4 Mrd. EUR pro Jahr. Betriebsärzte stehen hier allerdings oftmals vor einer nicht lösbaren Aufgabe.
Depressionsgefahr - Führungskräfte nehmen das Thema noch nicht ernst genug
Bei Depressionen ist eine frühzeitige Diagnose und sofortige Behandlung maßgeblich für den Behandlungserfolg. Doch die Führungskräfte nehmen das Thema noch nicht ernst genug.
Das hat auch zur Folge, dass nur wenige so geschult sind, dass sie in der Lage sind, erste Anzeichen bei ihren Mitarbeitern zu erkennen.
Arbeitsmediziner kennen sich zu wenig mit Depressionen aus
Doch nicht nur Führungskräfte sind beim Thema Depressionen hinten dran. Auch viele Arbeitsmediziner kennen sich bisher zu wenig damit aus. Schuld daran ist das Ausbildungskonzept bei den Medizinern, das lange Zeit das Thema vernachlässigt hat.
Kenntnisse zu psychischen Belastungen reichen oft für eine Gefährdungsbeurteilung nicht aus
Die Defizite der Arbeitsmediziner und Führungskräfte erschweren aber u. a. auch die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz. Laut Arbeitsschutzgesetz müssen dort auch psychische Belastungen erfasst werden. Allerdings kann man davon ausgehen, dass auch hier die Kenntnisse für eine angemessene Beurteilung nicht immer ausreichend sind.
Der Haufe-Beitrag "Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen" stellt den Ablauf und die Ausgestaltung einer Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen dar.
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