Warnhinweise bei Kollegen erkennen
Anlässlich des Europäischen Depressionstags wurde das Thema Depression in der Arbeitswelt in den Mittelpunkt gerückt. Etwa 10 bis 20 % der Menschen sind im Laufe ihres Lebens von depressiven Erkrankungen betroffen. Die durchschnittliche Zahl der Fehltage in Deutschland liegt aktuell bei 41 Werktagen pro Episode. Depressive Erkrankungen treten oft mehrmals auf, vor allem dann, wenn sie nicht behandelt werden. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen Experten in Europa bei 110 Milliarden allein für 2012.
Typische Symptome von Depressionen
Depressive Erkrankungen wirken sich auf den Betroffenen, die Familie und Freunde sowie auf den Arbeitsplatz und die Kollegen aus. Zu den typischen Symptomen zählen:
negative Stimmungen und Gedanken,
Freudlosigkeit,
das Gefühl von Hoffnungslosigkeit,
Interesse- und Antriebsverlust,
Konzentrationsstörungen,
Schlafstörungen,
Energielosigkeit.
Ein guter Arbeitsplatz kann stabilisierend und positiv wirken
Arbeit an sich macht nicht depressiv. Das Gegenteil ist der Fall: Ein geeigneter Arbeitsplatz, an dem keine Überforderung stattfindet, kann stabilisieren und sich positiv auf die Stimmung und das Wohlbefinden auswirken.
Depression und Arbeitsplatz - Aufgabe von Vorgesetzten, Betroffenen und Kollegen
Vorgesetzte müssen lernen, Depressionen bei Mitarbeitern zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Sie sind auch gefordert, wenn ein Mitarbeiter nach der Erkrankung wieder an den Arbeitsplatz zurückkehrt und stufenweise wiedereingegliedert wird.
Die Betroffenen müssen lernen,
Überlastungen am Arbeitsplatz selbst zu erkennen und anzusprechen,
für Erholung zu sorgen,
um Unterstützung zu bitten und
eventuell professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Die Kollegen sollten angemessen auf Hilfeanfragen reagieren. Falls sie selbst von der Situation mit einem erkrankten Kollegen überfordert sind, sollten sie das mit dem Vorgesetzen besprechen.
Weitere Informationen zu psychischen Belastungen
Weitere Informationen bietet die European Depression Association in einem Leitfaden für betroffene Arbeitnehmer und Arbeitgeber, in dem auch Präventionsmöglichkeiten genannt sind. Bisher ist die Broschüre allerdings nur in Englisch veröffentlicht.
Mehr zum Thema "psychische Belastungen" finden Sie auf unserer Themenseite.
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