Erschöpfungssyndrom in der Corona-Krise
Wer dauernd oder akut stark erschöpft ist, hat eine verringerte Reaktionszeit. Selbst einfache Tätigkeiten fallen schwer. Die Entscheidungsfähigkeit lässt ebenso nach wie die Intensität der Kommunikation. Gleichzeitig steigt die Risikobereitschaft. So es kann zu schwerwiegenden Fehlern oder Unfällen kommen.
Diese Anzeichen können auf ein Erschöpfungssyndrom hinweisen
Das Erschöpfungssyndrom ist eine Reaktion des Körpers auf Schlafmangel. Es kann aber auch nach längerer körperlicher oder geistiger Anstrengung auftreten. Jeder kann selbst überprüfen, ob er Erschöpfungszeichen bei sich wahrnimmt. Aber auch Kollegen und Vorgesetzte können akute Anzeichen erkennen. Dazu gehören:
- häufiges Blinzeln und Reiben der Augen,
- vermehrtes Gähnen,
- Müdigkeit und Schläfrigkeit,
- mangelnde Konzentrations- und Merkfähigkeit,
- eine verminderte Reaktion bei Ansprache sowie
- Kopfschmerzen oder Schwindel.
Erschöpfungssyndrom: Schlafmangel macht auf Dauer krank
Längerfristige Folgen eines Erschöpfungssyndroms können u. a. sein:
- psychische Störungen bis hin zu Depressionen,
- eine geschwächte Immunabwehr oder
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Erschöpfungssyndrom vermeiden: Darauf sollten Beschäftigte bei hoher Arbeitsbelastung achten
- Achten Sie darauf, dass Ihre Schlafumgebung dunkel und ruhig ist.
- Gehen Sie am besten immer zur gleichen Zeit schlafen.
- Verzichten Sie wenn möglich auf den Konsum von Kaffee und Nikotin.
- Gehen Sie täglich an der frischen Luft und am besten bei Tageslicht spazieren.
- Gönnen Sie sich während des Arbeitstages ein kurzes Nickerchen von ca. 30 Minuten.
- Wenn Sie zur Schlafenszeit länger als 20 Minuten wachliegen, wälzen Sie sich nicht im Bett herum, sondern stehen Sie auf und beschäftigten Sie sich mit etwas Langweiligem, bis Sie müde werden.
Daran sollten Arbeitgeber denken
- Nicht nur die hohe Arbeitsbelastung macht den Mitarbeitern zu schaffen.
- Sie leiden auch unter der zeitlichen Mehrarbeit.
- Kinderbetreuung kann die Erholungszeit zusätzlich verkürzen.
- Psychische Belastungen wie Einsamkeit oder die Angst vor einer möglichen Infektion können verunsichern.
- Auch Sorgen wie es wirtschaftlich weitergehen wird, können sich negativ auf das seelische Wohlbefinden auswirken und zu Schlafstörungen führen.
Bei einer langen Phase mit Schlafmangel verlängert sich die Erholungsphase
7 - 8 Stunden Nachtschlaf braucht es für die Erholung. Schon 1 - 2 Stunden weniger können die Aufmerksamkeit stark beeinträchtigen. Dr. Sylvia Rabstein vom Institut für Prävention und Arbeitsmedizin (IPA) weist darauf hin, dass sich der Körper an Schlafmangel nicht gewöhnen kann. Wer ausnahmsweise einmal eine Nacht zu wenig schläft, kann dies mit ca. 10 Stunden Schlaf in der darauffolgenden Nacht meist ausgleichen. Dauert die Phase des Schlafmangels jedoch länger, kann sich die Erholungsphase auf bis zu eine Woche oder länger ausdehnen.
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