17.11.2016 | Arbeit 4.0

Risiken einer neuen Arbeitswelt

Arbeit 4.0 - schöne neue Arbeitswelt?
Bild: Corbis

Datenbrillen, Roboter oder intelligente Computerprogramme – die technische Weiterentwicklung bedeutet nicht nur, dass Maschinen Menschen bei der Arbeit verdrängen. Auch die Anforderungen und Risiken verändern sich.

Die moderne Technik erleichtert die Arbeit in vielen Bereichen. Vor allem körperlich belastende Tätigkeiten wie z. B. Heben und Tragen können von Maschinen bzw. Robotern übernommen werden. Auch Personen mit einer Behinderung können mit digitalen Assistenzsystemen oder technischen Hilfsmitteln besser am Arbeitsleben teilhaben.

Der Blick ausschließlich auf die Technik birgt jedoch die Gefahr, die Risiken zu übersehen, die sich für die Beschäftigten erst durch moderne Technologien ergeben.

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Arbeit 4.0 - Beweglichkeit im Kopf ist gefordert doch körperlich herrscht Bewegungsmangel

In der digitalen Arbeitswelt verändern sich Programme und Anwendungen rasant. Kaum hat sich ein Nutzer eingearbeitet, gibt es bereits ein Updaten oder ein Reload. Die Arbeitsoberfläche ist neu gestaltet, Funktionen wurden entfernt, neue hinzugefügt.

Die ständige Weiterbildung kostet Energie und setzt ein hohes Maß an Bereitschaft voraus - und das immer und immer wieder. Die Zeit für das Kerngeschäft nimmt dadurch ab. Das Stressrisiko steigt.

Der notwendigen Beweglichkeit im Kopf steht ein eklatanter Bewegungsmanagel in der modernen Arbeitswelt entgegen. In der Dienstleistungsgesellschaft, die wir mittlerweile sind und in der viele Beschäftigte am Computer tätig sind, zeigt sich bereits nach wenigen Jahrzehnten, dass der Bewegungsmangel ein sehr hohes Risiko für die Gesundheit birgt.

Neue Arbeitswelt - wieviel Schieflage verträgt die Work-Life-Balance?

Immer mehr Menschen erfüllen in der digitalen Arbeitswelt Kontroll- oder Prüfaufgaben. Das erfordert ein hohes Maß an Wissen, Aufmerksamkeit und Konzentration. Oft sind es Tätigkeiten, die man keine 8 Stunden am Stück durchführen kann, doch der 8-Stunden-Tag ist eine bestehende Größe in der Arbeitszeitenregelung.

Ob Home Office oder virtuelle Teamarbeit - viele Arbeitsvorgänge lassen sich heute von überall und jederzeit erledigen. Damit Arbeit und Privatleben nicht permanent vermischen, muss es klare Regeln geben. Sonst steigt das Risiko, dass die Balance zwischen Arbeits- und Privatleben ständig in Schieflage gerät.

Wie erfährt der Mensch im Zusammenwirken mit der Technik Wertschätzung?

Bei Überwachungsaufgaben stellt sich auch die Frage, wie der Einzelne bei der Arbeit seinen Wert erkennen kann. Er erschafft und gestaltet nichts. Erst bei einem Fehler und den daraus resultierenden negativen Folgen wird sichtbar, wie wichtig die bis dato so unscheinbare Aufgabe für ein komplexes System ist.

Arbeit 4.0: Welche Rolle spielt der Arbeits- und Gesundheitsschutz in einer neuen Arbeitswelt?

Die Digitalisierung ist für den Arbeits- und Gesundheitsschutz ein komplexes Thema. Wer dafür verantwortlich ist, muss ständig informiert bleiben und Konzepte und Maßnahmen immer wieder überprüfen und anpassen.

Digitalisierung bedeutet höhere Arbeitsbelastung. Das meinen fast die Hälfte der Beschäftigten in einer repräsentativen Befragung zum DGB-Index "Gute Arbeit 2016". Keine 10 % freuen sich über Entlastung. Wo klemmt's eigentlich?

Schlagworte zum Thema:  Industrie 4.0, Arbeitswelt, Digitalisierung, New Work

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