06.09.2016 | Arbeit 4.0

Digitalisierung kann belasten

Das kann belasten: Wenn Berufs- und Privatleben nicht mehr scharf zu trennen ist.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Digitalisierung bedeutet höhere Arbeitsbelastung. Das meinen fast die Hälfte der Beschäftigten in einer repräsentativen Befragung zum DGB-Index "Gute Arbeit 2016". Keine 10 % freuen sich über Entlastung. Wo klemmt's?

Der zunehmende Einsatz digitaler Technik bringt aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für die Beschäftigten nicht automatisch bessere Arbeitsbedingungen.

Im Gegenteil. Von den Arbeitnehmern, die in hohem oder sehr hohem Maß digitalisiert arbeiten, geben 46 % an, dass ihre Arbeitsbelastung dadurch größer geworden ist. 45 % sehen keine Veränderung und lediglich 9 % fühlen sich durch die Digitalisierung entlastet. Die Zahlen, sind erste Ergebnisse aus der repräsentativen Beschäftigtenbefragung zum DGB-Index "Gute Arbeit 2016" mit Schwerpunkt "Digitalisierung der Arbeitswelt".

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Arbeit 4.0: Überweigen die Risiken der Digitalisierung?

"In der Debatte um "Arbeiten 4.0" wird meist der Eindruck erweckt, als wären die Chancen und Risiken der Digitalisierung der Arbeitswelt gleich verteilt", sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach der Deutschen Presse-Agentur. "Die aktuelle Befragung zeigt allerdings, dass digitales Arbeiten bislang für fast die Hälfte der Beschäftigten dazu führt, dass die Belastungen steigen."

Was wirkt belastend bei Arbeit 4.0?

Die höheren Belastungen seien "eine Folge der Entgrenzung und Verlängerung der Arbeitszeiten, der permanenten Erreichbarkeit und der Arbeitsverdichtung". Buntenbach verwies dabei auf ähnliche Ergebnisse einer Umfrage des Bundesarbeitsministeriums vom Januar, nach der zwei Drittel der Beschäftigten eine Intensivierung der Arbeit durch technologische Neuerung beklagen.

Digitalisierung führt nicht automatisch zu Entlastungen

Buntenbach unterstrich: "Die Digitalisierung führt also nicht im Selbstlauf zu Entlastungen. Es braucht einen politischen Gestaltungsrahmen, damit der Trend, nach dem sich Arbeit zum Stressfaktor Nummer Eins entwickelt hat, gedreht werden kann und durch die Digitalisierung nicht auch noch verstärkt wird. Es ist deshalb notwendig, dass die neuen Freiheiten durch Tablet und Smartphone ermöglicht, aber auch ausreichend abgesichert werden." Insbesondere neue Arbeitsformen wie mobiles Arbeiten und Home Office müssten politisch gestaltet werden, um – in der Regel unbezahlte – Überstunden und Stress zu vermeiden, mahnte Buntenbach.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Flexibilität, Industrie 4.0

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