Neue Chemikalienstrategie der EU
In diesem Interview mit der Haufe Arbeitsschutz Redaktion erklärt Prof. Dr. Dirk Bunke, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Öko-Instituts Freiburg, woraus die EU Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit besteht, was dies konkret für die Unternehmen bedeutet und was Unternehmen dabei beachten müssen.
Green Deal und EU Chemikalienstrategie
Was wird unter dem von der europäischen Kommission beschlossenen „Green Deal“ verstanden?
Der „Green Deal“ ist ein umfangreiches Paket von politischen Maßnahmen, die von der europäischen Kommission geplant sind. Drei Ziele sollen erreicht werden:
- Europa klimaneutral bis 2050
- Europa weitestgehend frei von Belastungen durch schädliche Chemikalien
- Europas Industrie weltweit führend und innovativ
Worin besteht die "EU Chemikalienstrategie für Nachhaltigkeit"?
Die Strategie besteht aus vielen verschiedenen Aktivitäten: von der Erweiterung der CLP-Verordnung und die Überarbeitung von REACH bis zu Fördermitteln für Unternehmen für zukunftsfähige Entwicklungen.
Auswirkungen auf Unternehmen
Was bedeutet diese Strategie konkret für die Unternehmen?
Aktuell die Möglichkeit, sich in wichtige Diskussionen einzubringen. In den kommenden Jahren u.a. neue Einstufungsvorgaben, mehr Informationen über Chemikalien, mehr Druck auf richtig problematische Stoffe, mehr Möglichkeiten für Unternehmen, die auf bessere Chemikalien setzen.
Warum soll mehr zu Gemischen gemacht werden?
Bei Stoffbewertungen unter REACH geht es zunächst um die sichere Verwendung des einzelnen Stoffes. Unternehmen, die nur mit einem Stoff arbeiten, gibt es aber nicht. Das heißt: Immer treten Stoffgemische auf. Am Arbeitsplatz oder im See. Daher macht es Sinn, zu überlegen, wie solche Gemische bewertet werden können und wo wir genauer hingucken sollten. Keine einfache Aufgabe. Meine Empfehlung für Sie: berechnen Sie doch erst einmal Ihren eigenen Mixture Assessment Faktor…
Was müssen Unternehmen bei der Strategie beachten?
Bei vielen Ideen der EU Chemikalienstrategie ist heute noch offen, wie sie ausgestaltet werden. Deutlich ist aber, dass mittel- und langfristig die Möglichkeiten für problematische Stoffe enger werden. Daher lohnt es sich schon jetzt, hier auf Alternativen zu setzen. Oder sie zu entwickeln und anzubieten, wo sie noch fehlen. Der Green Deal unterstützt das. Von daher: Machen Sie mit!
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