Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau

Aktuelle Unfallzahlen 2024 für "grüne" Berufe: So wenig Tote wie nie zuvor


Aktuelle Unfallzahlen 2024 für "grüne" Berufe

Für 2024 verzeichnet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau einen deutlichen Rückgang an tödlichen Arbeitsunfällen. Aufklärung und Prävention, digitale Technologien und modernere Arbeitsgeräte dürften wahrscheinlich die wichtigsten Ursachen sein. Bei den allgemeinen Unfallzahlen wurde der positive Rekordwert von 2023 allerdings nicht weiter gesenkt, im Bereich Forstwirtschaft und Jagd stiegen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr sogar an.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) verzeichnete im Jahr 2024 einen deutlichen Rückgang der tödlichen Arbeitsunfälle von 125 im Vorjahr auf 99. Erstmals lagen sie damit unter 100. Den markantesten Rückgang bei den Todesfällen gab es dabei bei der Arbeit mit Schleppern bzw. Traktoren.

Gesamtzahlen 2024

Insgesamt ereigneten sich im vergangenen Jahr 57.816 meldepflichtige Unfälle (2023: 57.608), 31.959 in der Landwirtschaft, 17.872 im Gartenbau (inklusive Garten- und Landschaftsbau) sowie 5.637 in der Forstwirtschaft und Jagd. Es gilt auch in den „grünen“ Berufsfeldern: Unfälle sind meldepflichtig, wenn sie eine Arbeitsunfähigkeit von mehr als drei Tagen zur Folge haben oder tödlich enden.  

Landwirtschaft

In der Landwirtschaft ging die Zahl der meldepflichtigen Unfälle leicht auf 31.959 zurück (2023: 32.217). Die Zahl der tödlichen Unfälle sank deutlich auf 54 (2023: 73). Zu den häufigsten Unfallursachen zählten der Umgang mit Rindern, Unfälle auf Betriebswegen sowie Vorfälle mit Pferden und Schleppern – auch in den vergangenen Jahren waren dies die wichtigsten Unfallursachen. Die Unfälle mit Pferden stiegen um 12 %, mit Schleppern um 4 %.

Gartenbau

Im Gartenbau blieb die Zahl der meldepflichtigen Unfälle mit 17.872 nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr (17.911). Nach 11 tödlichen Ereignissen im Jahr 2023 wurden 2024 nur noch 5 Fälle registriert. Das Unfallgeschehen war weiterhin geprägt durch Stürze auf unbefestigten Wegen, dem Umgang mit handgeführten Werkzeugen ohne Antrieb, z. B. Hammer, sowie dem Einsatz technischer Geräte wie Heckenscheren. Während die Unfälle auf Wegen im Freien um 7 % zunahmen, stiegen die Unfälle mit technischen Geräten um 10 %. Um 4 % sank hingegen die Zahl der Unfälle mit Fahrzeugen.

Forstwirtschaft

In der Forstwirtschaft stieg die Zahl der meldepflichtigen Unfälle leicht auf 5.188 (2023: 4.941). Die Zahl der tödlichen Unfälle lag mit 35 Fällen (2023: 36) weiterhin auf hohem Niveau. Besonders häufig kam es zu Unfällen durch herabfallende Baumteile, durch Stürze auf unbefestigten Wegen sowie beim Einsatz technischer Geräte wie Motorsägen oder Seilwinden. Mit 17 % nahm die Zahl der Unfälle mit technischen Maschinen und Geräten entsprechend zu.

Jagd

Im Bereich der Jagd wurden 449 meldepflichtige Unfälle registriert, ein Anstieg im Vergleich zu 410 Fällen im Jahr 2023. Die Anzahl der tödlichen Unfälle stieg leicht von 3 auf 4. Besonders häufig ereigneten sich Unfälle auf unbefestigten Wegen sowie bei der Nutzung oder Instandhaltung von Hochsitzen. Während die Unfälle auf unbefestigten Waldwegen um 24 % zunahmen, stieg die Zahl der Hochsitzunfälle sogar um 28 %. Im Gegensatz dazu ging die Anzahl der Unfälle mit Jagdwaffen um 14 % zurück.