Brandschutzordnung

Zusammenfassung

 
Begriff

Eine Brandschutzordnung ist eine auf ein bestimmtes bauliches Objekt zugeschnittene Zusammenfassung von Regeln für die Brandverhütung und das Verhalten im Brandfall. Die 3 Teile der Brandschutzordnung sprechen unterschiedliche Personenkreise an. Teil A beinhaltet allgemeine Informationen an alle Personen, die sich im Gebäude aufhalten – also auch Betriebsfremde. Dieser Teil ist an zentralen Stellen des Gebäudes gut sichtbar auszuhängen. Teil B richtet sich an alle Mitarbeiter des jeweiligen Unternehmens und enthält genaue, betriebsinterne Vorgaben und Verhaltensregeln zum Brandschutz. Teil C richtet sich an Personen, die besondere Aufgaben im Brandschutz wahrnehmen, z. B. Brandschutzbeauftragte, Brandschutzhelfer oder Führungskräfte.

 
Gesetze, Vorschriften und Rechtsprechung

Die Regeln für das Erstellen von Brandschutzordnungen sind in der DIN 14096 festgelegt:

Weitere Rechtsgrundlagen sind zu finden in Abschn. 7.1 ASR A2.2 "Maßnahmen gegen Brände", Abschn. 5.12.4 "Muster-Industriebaurichtlinie", Abschn. 4.4.1 DGUV-R 100-001 und Abschn. 14 DGUV-I 205-001 "Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz". Außerdem wird in einigen Landesbauvorschriften für Gebäude besonderer Art und Nutzung eine Brandschutzordnung gefordert, z. B. in den Verkaufsstätten- oder Versammlungsstättenverordnungen.

1 Verhaltensanweisung für den Brandfall

Die Brandschutzordnung ist die Grundlage für das Verhalten aller Personen im Brandfall, bezogen auf eine Gebäudeeinheit. Jedes Unternehmen mit eigenen baulichen Objekten ist zur Erstellung verpflichtet. Die Brandschutzordnung gliedert sich in 3 Teile (A, B, C). Je nach Art, Nutzung und Größe der baulichen Anlage und im Einvernehmen mit der für den Brandschutz zuständigen Behörde, können die Teile B und/oder C entfallen.

 
Wichtig

Aktuelle Fassung der DIN 14096

Durch die Überarbeitung der DIN 14096 im Mai 2014 gab es einige Änderungen in dieser Norm. Die eigene Brandschutzordnung sollte daher mit der aktuellen Fassung der DIN verglichen und ggf. überarbeitet werden.

 
Wichtig

Individuelle Erstellung

Die Brandschutzordnung muss in jedem Fall individuell auf das jeweilige bauliche Objekt zugeschnitten werden und ist alle 2 Jahre durch eine fachkundige Person zu überprüfen.

2 Teil A

Teil A der Brandschutzordnung muss allen Mitarbeitern oder sonst anwesenden Personenkreisen einen Gesamtüberblick verschaffen über die Regeln der Brandverhütung und das Verhalten im Brandfall:

Brände verhüten

Hier kann z. B. das Verbot von offenem Feuer oder ein grundsätzliches Rauchverbot festgeschrieben werden.

Verhalten im Brandfall

  • Regelungen zu Brandmeldemöglichkeiten wie Telefonnummer 112 und evtl. eine interne Alarmnummer, ggf. auch der Hinweis auf sog. Handdruckknopfmelder.
  • Das Verhalten während einem Brandalarm, wie Ruhe bewahren, über die ausgeschilderten Fluchtwege in Sicherheit bringen, keine Aufzüge benutzen, Türen schließen, hilflosen Personen helfen und auf besondere Anweisungen achten.
  • Aufzeigen der Selbsthilfemöglichkeiten, wie eigene Löschversuche mit betriebsinternen Handfeuerlöschern, Löschdecken oder evtl. Wandhydranten.

Teil A ist im Gebäude gut sichtbar auszuhängen. Es sollte sich um eine bzw. mehrere Stellen handeln, an denen Personen häufiger vorbeigehen oder verweilen. Solche Stellen sind z. B. Hauszugänge, Hallen, Flure, Aufzüge, Treppenräume oder Besprechungsräume.

Fremdsprachige Übersetzungen dürfen nicht innerhalb des Teiles A enthalten sein. Sofern sich fremdsprachige Personen im Gebäude aufhalten ist ein separater Aushang in der jeweiligen Sprache auszuhängen.

 
Wichtig

Format

Das Format sollte A4 sein. Der Aushang muss mit einem 10 mm breiten roten Rahmen versehen werden. Abb. 1 zeigt eine Musterbrandschutzordnung Teil A.

Abb. 1: Brandschutzordnung Teil A gemäß DIN 14096

3 Teil B

Teil B der Brandschutzordnung dient als allgemeiner Textteil zur Information und zur Festschreibung betriebsinterner Brandschutzregeln. Zu berücksichtigen sind Themen, wie:

  • Brandverhütung (z. B. Rauchverbot, offenes Feuer, Schweißen, brennbare Abfälle),
  • Brand- und Rauchausbreitung (z. B. Feuer- und Rauchabschlüsse, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen),
  • Flucht- und Rettungswege (z. B. Freihalten von Rettungswegen und Notausgängen),
  • Melde- und Löscheinrichtungen (z. B. Hinweise auf Telefone, Brandmeldeeinrichtungen, interne Meldestellen),
  • Verhalten im Brandfall (z. B. Hinweise zur Vermeidung von Panik und unüberlegtem Handeln),
  • Brand melden (z. B. wo kann gemeldet werden, was muss eine Meldung beinhalten, "5-W-Schema"),
  • Alarmsignale und Anweisungen beachten (z. B. Bedeutung von Alarmsignalen),
  • In Sicherheit bringen (z. B. Fluchtwege, Aufzugsverbot, hilflose Menschen, Sammelstelle),
  • Löschversuche unternehmen (z. B. Durchführung von Löschversuchen, Behandlung brennender Personen),
  • Besondere Verhaltensregeln (z. B. Arbeitsmittel sichern, Sachwerte bergen, Türen schließen).

Die Brandschutzordnung Teil B sollte in Form von Merkblättern, Broschüren oder Anweisungen erstellt und in die betriebliche Sicherheitsdokumentation integriert werden. Die Inhalte des Teil B sind in die jährliche

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