Klimabericht: Deutschland droht Ziele ab 2040 zu verfehlen
Deutschland droht seine Klimaziele ab 2040 zu verfehlen. Das geht aus dem Klimaschutzbericht 2025 der Bundesregierung hervor, der der dpa vorliegt und den das Bundeskabinett in den kommenden Wochen beschließen soll. Zuerst hatte das Nachrichtenportal „Politico“ darüber berichtet.
Dem Bericht zufolge sind die bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen für das Erreichen der Ziele bis 2040 und 2045 „nicht ausreichend“. Bis 2045 will Deutschland klimaneutral werden, also nicht mehr Treibhausgase ausstoßen, als wieder gespeichert werden können.
Um dies erreichen zu können, müsse das Land mittel- und langfristig „weitere Transformationsschritte“ einleiten, heißt es in dem mehr als 450-seitigen Dokument, das das Bundesklimaministerium federführend erarbeitet hat.
Ziele bis 2030 erreichbar – aber nur mit konsequenten Maßnahmen
Für den Zeitraum bis 2030 sei Deutschland dagegen auf Kurs: „Werden die bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt, können die im Klimaschutzgesetz vorgegebenen Jahresemissionsgesamtmengen 2021 bis 2030 eingehalten werden“, heißt es.
Voraussetzung dafür sei aber, dass die beschlossenen Maßnahmen konsequent umgesetzt würden und im Fall neu auftretender Kursabweichungen – etwa durch stark steigende Energienachfrage – nachgesteuert werde.
Probleme bei Gebäuden und Verkehr
Probleme sieht der Bericht allerdings bei den Sektoren Gebäude und Verkehr, die separat betrachtet auch in den kommenden Jahren bis 2030 die Ziele zur Treibhausgasminderung verfehlen.
Im Bereich Verkehr zeige sich zwar „ein kontinuierlicher und deutlicher Rückgang“. Das Ausgangsniveau der klimaschädlichen Emissionen sei allerdings sehr hoch. „Es ist weiterhin keine Trendwende im Sinne einer beschleunigten Minderung zu erkennen“, wird dazu festgehalten. Der „wirksamste Ansatzpunkt“ für eine deutliche Minderung sei hier eine Beschleunigung des Antriebswechsels von Verbrennungs- zu Elektromotoren, heißt es.
Auch EU-Klimaziele gefährdet
Im Gebäudesektor gehen die Autoren bei der Projektion bis 2045 davon aus, dass mehr als elf Millionen Gebäude durch Wärmepumpen versorgt und circa 3,5 Millionen Gebäude an Wärmenetze angeschlossen sein werden. Jedoch sei die Entwicklung „zu langsam, um die Ziele für 2030 oder 2045 rechtzeitig zu erreichen“, lautet das Fazit.
Die Sektoren Gebäude und Verkehr stellen dem Bericht zufolge auch ein Risiko für die EU-weiten Klimaziele dar. Sie trügen maßgeblich dazu bei, dass Deutschland die Vorgaben der Europäischen Klimaschutzverordnung nicht erfüllen könne, heißt es. Bereits im Zeitraum von 2021 bis 2030 würden die „in der europäischen Lastenteilung für Deutschland festgelegten Zuweisungen“ teils deutlich überschritten.
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