Unternehmensfortführung durch Insolvenzverwalter: GmbH & Co. KG

Das FG Münster hat entschieden, dass keine Vorsteuern aus Leistungen eines Insolvenzverwalters einer GmbH & Co. KG aufzuteilen sind, wenn der Insolvenzverwalter im Rahmen der Unternehmensfortführung steuerfreie Ausgangsumsätze ausführt.

Vor dem FG Münster klagte der Insolvenzverwalter einer GmbH & Co. KG. Der Kläger führte nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens das Unternehmen über mehrere Jahre fort. Es wurden 2,3 Millionen EUR steuerpflichtige Umsätze und 300.000 EUR steuerfreie Umsätze ausgeführt. Im Streitjahr wurden keine Umsätze mehr ausgeführt. Der Kläger machte lediglich Vorsteuern aus seinen eigenen Rechnungen als Insolvenzverwalter geltend. 

Vorsteuerabzug in vollem Umfang zu gewähren 

Das Finanzamt erkannte die Vorsteuern jedoch nur anteilig im Verhältnis der steuerpflichtigen Umsätze zu den gesamten Umsätzen seit Eröffnung des Insolvenzverfahrens an. Hiergegen klagte der Insolvenzverwalter erfolgreich. Das FG Münster hat dem Kläger den Vorsteuerabzug in vollem Umfang gewährt.

FG Münster, Gerichtsbescheid v. 4.5.2020, 5 K 546/17 U, veröffentlicht am 15.7.2020
 

Schlagworte zum Thema:  Insolvenz, Vorsteueraufteilung